„Der Familienrat zeigt, was gute Jugendhilfe leisten kann: Wir sprechen nicht über Familien, sondern finden gemeinsam mit ihnen Lösungen“, erklärte Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, bei der Vorstellung der Evaluation zum Familienrat in Marzahn-Hellersdorf. Die Ergebnisse belegen, dass der Familienrat Familien in schwierigen Lebenslagen unterstützt, indem er ihnen hilft, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und die Ressourcen ihres persönlichen Umfelds zu nutzen. Dies führt dazu, dass Familien stabilisiert werden und Hilfen besser auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind. In einigen Fällen konnte durch den Familienrat sogar eine stationäre Unterbringung der Kinder vermieden werden.
Ergebnisse der Evaluation
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sowie das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf haben die Resultate der Evaluation präsentiert, die zwischen Februar 2022 und März 2026 durchgeführt wurde. In dieser Zeit erhielten 567 Familien die Möglichkeit, einen Familienrat in Anspruch zu nehmen. Die Untersuchung beleuchtet die Auswirkungen des Familienrats auf Familien und junge Menschen, den Implementierungsprozess im Bezirk sowie die Anwendung im Kontext des Kinderschutzes. Zudem wurden die finanziellen Effekte und die Bedingungen für den Erfolg des Programms analysiert.
Stärkung der Familien
„Marzahn-Hellersdorf hat einen hohen Bedarf an Unterstützung für Familien“, betonte Gordon Lemm, Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit. Der Bezirk verzeichnet eine hohe Anzahl von Alleinerziehenden und ist von Armut und Bildungsdefiziten betroffen. Der Familienrat wird als ein wichtiges Instrument angesehen, um Familien zu aktivieren und ihnen zu helfen, selbstständig Lösungen zu finden. Lemm erklärte weiter: „Wir versuchen, die Ursachen zu bekämpfen, nicht nur die Wirkungen abzumildern. Das ist der beste Weg, um die Lebensqualität der Familien zu verbessern.“
Unterstützung durch Fachkräfte
Der Familienrat ermöglicht es Familien, gemeinsam mit vertrauten Personen – wie Verwandten oder Freunden – einen Plan zur Bewältigung ihrer Herausforderungen zu entwickeln. Dabei werden sie von speziell ausgebildeten Koordinatoren unterstützt. Das Jugendamt bleibt in der Verantwortung und gewährleistet, dass die Bedürfnisse und der Schutz der Kinder stets im Vordergrund stehen.
Erfolgreiche Umsetzung
Die Evaluation hat gezeigt, dass in 31 von 95 untersuchten Fällen eine Herausnahme der Kinder aus ihren Familien verhindert werden konnte. In 42 Prozent der Fälle wurden zusätzlich professionelle Hilfen vereinbart. „Diese Erfahrungen wollen wir für ganz Berlin nutzen“, so Günther-Wünsch weiter. Das Ziel sei es, den Familienrat in den Bezirken verbindlicher zu verankern und einheitliche Qualitätsstandards zu schaffen.
Finanzielle Unterstützung und steigende Nachfrage
Um den Familienrat weiter zu stärken, erhält der Bezirk jährlich eine Million Euro aus dem Flexibudget. Seit Anfang 2026 können Familien zudem in der offenen Sprechstunde des Bezirksamtes Gutscheine für einen Familienrat erhalten, um frühzeitig Unterstützung zu erhalten, bevor sich Probleme zuspitzen. Die Nachfrage ist in den letzten Monaten stark gestiegen: Bis Ende Juli 2026 gab es bereits über 200 Anfragen, und das Jugendamt rechnet mit rund 400 Familienräten für das gesamte Jahr.
Erfolgsbeispiel aus der Praxis
Ein konkretes Beispiel für die Wirksamkeit des Familienrats wurde bei der Vorstellung der Evaluation präsentiert. Eine Familie in einer schwierigen Lebensphase konnte mit Unterstützung des Familienrats und ihres persönlichen Umfelds einen gemeinsamen Plan entwickeln, der zu einer Stabilisierung der Situation führte und den Kindern ein weiteres Zusammenleben mit ihrer Familie ermöglichte.
Ausblick und Weiterentwicklung
Der Familienrat ist bereits in zehn Berliner Bezirken etabliert, darunter Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow und Neukölln. Für die Umsetzung stehen insgesamt mindestens 3,6 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Die Evaluation hat jedoch auch gezeigt, dass es weiteren Entwicklungsbedarf gibt. Insbesondere die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Familienrat soll verbessert werden, um ihre Sichtweisen und Wünsche angemessen zu berücksichtigen.
Der vollständige Evaluationsbericht kann online als PDF heruntergeladen werden.
Quellen: berlin.de, Berliner Morgenpost, Tagesspiegel
Bildquelle: Foto: A.Savin / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.