Der Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof hat auch im Jahr 2025 eine positive Entwicklung verzeichnet. Inmitten einer anhaltenden Wirtschaftskrise stiegen die Umsätze und Haushaltsmittel um etwa 5 % auf über 4,2 Mrd. Euro, im Vergleich zu 4,0 Mrd. Euro im Jahr 2024. Die Anzahl der Beschäftigten wuchs um 500 auf rund 29.600 Personen. Besonders bemerkenswert ist die Wachstumsdynamik der ansässigen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, während die Zahl der Studierenden mit etwa 6.200 stagnierte.
Die Förder- und Drittmittel der Einrichtungen der Humboldt-Universität zu Berlin in Adlershof beliefen sich auf 38 Mio. Euro, während die Grundfinanzierung 86 Mio. Euro betrug. Bei den außeruniversitären Instituten lagen die Haushaltsmittel bei 356 Mio. Euro. Das Drittmittelvolumen stieg um über 27 % auf 103 Mio. Euro, was eine erfreuliche Entwicklung im wissenschaftlichen Sektor des Standorts darstellt. Insgesamt waren in den wissenschaftlichen Einrichtungen etwa 4.200 Personen beschäftigt.
Für die Geschäftsentwicklung im Jahr 2026 gehen lediglich 11 % der Unternehmen im Technologiepark von einem Umsatzrückgang aus. Rund 39 % erwarten einen Anstieg der Umsätze, während etwa 50 % mit stabilen Umsätzen rechnen.
Resilienz der Unternehmen im Fokus
Der Technologiepark Adlershof sieht sich seit einigen Jahren mit Krisen, geopolitischen Konflikten und globalen Umbrüchen konfrontiert. Dennoch hat sich der Standort als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen. Weder die Corona-Pandemie noch die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Konflikts konnten die Entwicklung nachhaltig beeinträchtigen. Im Jahr 2025 stellte ein dreitägiger Stromausfall, verursacht durch einen Anschlag auf die Strominfrastruktur im Südosten Berlins, eine zusätzliche Herausforderung dar. Die Unternehmen und Institute in Adlershof wurden befragt, wie sie die Themen Krisenresilienz und Sicherheit in Zukunft angehen wollen.
Der Stromausfall führte bei vielen Unternehmen zu einem Umdenken in der Krisenvorsorge. Nur 2 % der Unternehmen ziehen in Betracht, ihren Standort zu verlagern. Bei der Befragung zu Risiken und Krisenszenarien nannten die meisten Befragten Anschläge auf die Infrastruktur (31 %) und Probleme bei der Energieverfügbarkeit (42 %) als relevante Risiken. Cyberangriffe wurden von 16 % der Einrichtungen als Krisenszenario identifiziert, während Naturkatastrophen und Extremwetterereignisse nur eine untergeordnete Rolle spielten (11 %).
Technologische Unabhängigkeit und Sicherheit
Um die Sicherheit und technologische Unabhängigkeit Deutschlands zu gewährleisten, befürworten etwa 73 % der Adlershofer Einrichtungen ein verstärktes Engagement deutscher Technologieunternehmen in der Entwicklung von Technologien zur Sicherung und Verteidigung, insbesondere zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Lediglich 7 % lehnen Investitionen in entsprechende Technologien ab.
Roland Sillmann, Geschäftsführer der WISTA Management GmbH, hebt hervor, dass die wirtschaftliche Resilienz des Technologieparks Adlershof lange Zeit im Vordergrund stand. Die jüngsten Ereignisse, einschließlich des Anschlags auf die Strominfrastruktur, verdeutlichen jedoch, dass auch die Widerstandsfähigkeit der lokalen Infrastruktur und die systemisch-betriebliche Resilienz entscheidend sind. Diese Faktoren beeinflussen die Handlungsfähigkeit und den wirtschaftlichen Erfolg des Standorts. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung im Jahr 2025, dass die wissenschaftlichen Einrichtungen ihre Standorte in Adlershof weiter ausbauen und die Bedeutung der Wissenschaft als Kooperationspartner für viele Unternehmen zunimmt.
Politische Unterstützung für den Standort
Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, betont die Rolle des Technologieparks Adlershof als wichtigen Innovations- und Wachstumstreiber in Deutschland. Sie hebt hervor, dass Berlin zum führenden Innovationsstandort in Europa entwickelt werden soll. Der gezielte Anschlag auf die Stromversorgung im September 2025 hat die Notwendigkeit des Schutzes kritischer Infrastrukturen verdeutlicht. Daher arbeiten das Land Berlin, die WISTA und die Unternehmen vor Ort daran, den Standort weiter zu stärken und krisenfest zu gestalten.
Prof. Dr.-Ing. Patrick Scheele, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Ferdinand-Braun-Instituts, hebt die Vielfalt der am Standort vertretenen forschenden Einrichtungen und Unternehmen hervor. Diese reichen von Großforschungseinrichtungen bis hin zu Start-ups und decken ein breites Spektrum ab. Die enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen ist entscheidend für innovative technologische Entwicklungen und Ausgründungen, die aktuelle Herausforderungen bewältigen können.
Über den Technologiepark Adlershof
Der Technologiepark Adlershof im Südosten Berlins ist der größte seiner Art in Deutschland und beherbergt rund 1.300 Unternehmen. Er gilt als eine der besten Adressen für Hochtechnologie, sowohl national als auch international. Die ansässigen Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen konzentrieren sich auf verschiedene Bereiche, darunter Photonik und Optik, Photovoltaik und Erneuerbare Energien, Mikrosysteme und Materialien, Informationstechnik sowie Biotechnologie und Umwelt. Die WISTA Management GmbH unterstützt technologieorientierte Unternehmen und Einrichtungen dabei, innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, um die großen Herausforderungen der Gegenwart zu bewältigen.
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