Berlin steht vor einer Neuregelung der Kriterien für Sprachförderung-Personalzuschläge in Kitas. Während Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) betont, dass keine Kürzungen geplant seien, sondern lediglich eine Umverteilung der Ressourcen, befürchten Kita-Träger erhebliche finanzielle Einbußen und eine Verschlechterung der Betreuungsqualität.
Sprachförderung im Kita-Alltag
In der Berliner Kita "Kleiner Fratz" in Spandau wird Sprachförderung als integraler Bestandteil des Kita-Alltags verstanden. Kinder lernen Deutsch spielerisch im Miteinander, sei es beim gemeinsamen Bauen einer Burg oder beim Vorlesen von Bilderbüchern. Kita-Leiterin Linda Honemann betont, dass für gezielte Sprachbildung ausreichend Personal und Zeit benötigt werden, um den Kindern bestmöglich zu helfen, insbesondere wenn sie zu Hause andere Sprachen sprechen.
Kritik an neuen Kriterien für Zuschläge
Die geplante Änderung der Kriterien für die Sprachförderung-Personalzuschläge ab 2026 stößt bei Kita-Trägern auf scharfe Kritik. Zukünftig sollen die Zuschläge nicht mehr für Kinder gelten, die zu Hause nicht Deutsch sprechen, sondern an Kitas vergeben werden, in denen mindestens 20 Prozent der Kinder aus einkommensschwachen Familien stammen. Jeanett Tschiersky von der Fröbel-Gruppe rechnet damit, dass ein Großteil der Fröbel-Kitas den Zuschlag verlieren wird. Lars Bécési vom Kita-Verband VKMK schätzt, dass bis zu 60.000 Kinder weniger von der Sprachförderung profitieren könnten, was zu einer schlechteren Qualität und potenziellen Arbeitsplatzverlusten für Erzieherinnen führen könnte.
Senatorin verteidigt Neuregelung
Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) verteidigt die Neuregelung und betont, dass die Ressourcen für die Sprachförderung erhalten bleiben sollen. Die Änderung ziele darauf ab, die Verteilung der Zuschläge gerechter zu gestalten, da nach Ansicht der Senatorin derzeit auch Kitas profitierten, bei denen die Notwendigkeit geringer sei, während andere, die es dringender bräuchten, nicht berücksichtigt würden. Die Bildungsverwaltung zeigt sich jedoch offen für Detailänderungen, insbesondere hinsichtlich des Starttermins der neuen Regelung, da Kita-Träger mehr Zeit für die Beantragung des Berlin-Passes als Nachweis für die Bedürftigkeit fordern.
Mögliche Auswirkungen und Forderungen
Die Unsicherheit über die neuen Regelungen belastet die Kita-Träger. Sie befürchten eine Verschlechterung der Sprachförderung und fordern eine Überprüfung der geplanten Änderungen. Zudem wird gefordert, dass neben dem Berlin-Pass auch andere Nachweise für die Bedürftigkeit akzeptiert werden, um Familien die Teilnahme zu erleichtern. Die Debatte um die Sprachförderung in Berliner Kitas wird weitergehen, während die Stadt versucht, einen Ausgleich zwischen bedarfsgerechter Förderung und effizienter Ressourcennutzung zu finden.