Drei Anhänger von Hertha BSC wurden beim Auswärtsspiel gegen den FC St. Pauli im Mai 2024 von einer Gruppe Männer bedroht. Die Angreifer forderten die Herausgabe ihrer Fan-Schals mit der Drohung: „Sonst gibt’s Schläge auf die Fresse!“. Die Hertha-Fans nahmen die Drohung ernst und gaben ihre Schals ab.
Am Mittwoch wurde einer der mutmaßlichen Täter wegen räuberischer Erpressung vor dem Amtsgericht in Hamburg verhandelt, wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet. Der Angeklagte wurde freigesprochen, da die Aussagen der Zeugen widersprüchlich waren.
Ein Zeuge hatte den Haupttäter als schwarz gekleideten Mann mit dunklen Augen beschrieben, während die beiden anderen Opfer unmittelbar nach der Tat von einem schlanken Mann mit rötlichen Haaren und Ziegenbart berichteten. Der Angeklagte war nach dem Vorfall in der Nähe des Tatorts kontrolliert worden. Seine Statur, Haarfarbe und Bart stimmten zwar mit den Beschreibungen der Opfer überein, jedoch nicht mit der des Zeugen.
Das Gericht stellte fest, dass auf einem Polizeifoto, das nach der Tat aufgenommen wurde, der Mann hell gekleidet war und keine dunklen Augen hatte. Dies führte zu seinem Freispruch, während der Angeklagte zu den Vorwürfen schwieg.
Am 10. März 2024 sollen der freigesprochene Angeklagte und drei unbekannte Komplizen auf der Hein-Hoyer-Straße drei Hertha-Fans angesprochen haben, die Schals des Hauptstadt-Klubs trugen. Laut Anklage kamen die Täter aus einem Hauseingang, zogen Quarzhandschuhe an und forderten die Herausgabe der Fan-Utensilien, bevor sie mit den erbeuteten Schals flüchteten.
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