Der Regisseur, Autor und Schwulen-Aktivist Rosa von Praunheim ist verstorben. Wie eine nahestehende Person dem rbb bestätigte, starb er im Alter von 83 Jahren in Berlin. Erst am vergangenen Freitag heiratete er in der Hauptstadt seinen langjährigen Lebensgefährten Oliver Sechting.
"Die Insel der Perversen" am Deutschen Theater
Rosa von Praunheim, geboren als Holger Radtke 1942 in der lettischen Hauptstadt Riga, wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg am Rande Berlins auf. 1953 floh seine Familie aus der DDR nach West-Deutschland. Mit mehr als 150 Kurz- und Langfilmen hat er Filmgeschichte geschrieben und gilt als Wegbereiter der Schwulenbewegung in Deutschland. In den 1970er Jahren sorgte seine Filmdokumentation "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" für große Aufmerksamkeit.
Indes hatte von Praunheim Anfang der 1990er Jahre den Entertainer Hape Kerkeling und den Moderator Alfred Biolek in einer Fernsehsendung gegen deren Willen als homosexuell geoutet. Ende November kam sein autobiographischer Film "Satanische Sau" in die Kinos und wurde auf der Berlinale zu Beginn des Jahres mit dem Teddy-Award als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.
Im Jahr 2024 wurde am Deutschen Theater sein Stück "Die Insel der Perversen" aufgeführt. Mit seinem mutigen Werk hat Rosa von Praunheim nicht nur die Filmwelt geprägt, sondern auch gesellschaftliche Diskussionen angestoßen.