Nach jahrzehntelangem Engagement von Bürgern und Naturschützern wird die Marienfelder Feldmark im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg nun offiziell als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat diesen bedeutenden Schritt angekündigt, der das 59 Hektar große Gebiet an der Grenze zu Brandenburg dauerhaft schützen soll. Dies markiert einen Meilenstein für den Naturschutz in der Hauptstadt und sichert ein wertvolles Refugium für seltene Tier- und Pflanzenarten.
Wichtige Eckpunkte
- Die Marienfelder Feldmark wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.
- Das Verfahren zur Unterschutzstellung beginnt am 20. November mit der öffentlichen Auslegung des Verordnungsentwurfs.
- Bürger und Verbände haben bis zum 19. Dezember die Möglichkeit, Einwände einzureichen.
- Das bisherige kleine Landschaftsschutzgebiet "Wäldchen am Königsgraben" wird in das neue, größere Schutzgebiet integriert.
- Die Ausweisung ist ein Erfolg jahrzehntelangen Bürgerengagements.
Ein Naturjuwel mit Geschichte
Die Marienfelder Feldmark blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1220 als Bauerndorf zurückreicht. Noch heute zeugt der Königsgraben von 1775, ein Entwässerungskanal aus der Zeit Friedrichs II., von der landwirtschaftlichen Prägung des Gebiets. Die Kiefern des heutigen Wäldchens wurden ab 1875 als Schutzpflanzung gegen die Geruchsbelästigung der benachbarten Rieselfelder angelegt und sind heute ein wichtiger Lebensraum für die heimische Tierwelt.
Die Feldmark ist eine der letzten großen Offenlandschaften im Süden Berlins und Heimat bedrohter Arten wie der Feldlerche, des Neuntöters und der Zauneidechse. Bemerkenswert ist, dass die Fläche weiterhin von Landwirten bewirtschaftet wird, wobei eine Familie dort seit beeindruckenden 400 Jahren tätig ist. Von ursprünglich 300 Hektar Feldmark in Marienfelde ist dies der letzte verbliebene Rest.
Vier Jahrzehnte Kampf für den Erhalt
Der Weg zur Unterschutzstellung war lang und steinig. Seit 1985 kämpfte die Bürgerinitiative "Rettet die Marienfelder Feldmark" unermüdlich für den Erhalt dieses einzigartigen Naturraums. Bereits 1987 gelang es der Initiative, das Gebiet vor der Bebauung als "Industriereserve" zu retten. Ein weiterer wichtiger Schritt erfolgte 2017, als die Bezirksverordnetenversammlung erstmals die Senatsverwaltung um eine Unterschutzstellung bat. Nach acht weiteren Jahren des Einsatzes ist nun die dauerhafte Sicherung des Gebiets in greifbare Nähe gerückt. Die Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet schützt die Feldmark dauerhaft vor Bebauung und ermöglicht gleichzeitig, dass Spaziergänger das Gebiet weiterhin als Naherholungsgebiet nutzen können.