Der ehemalige Vizepräsident Peter Gayda (79) wurde nach seiner sechsminütigen Rede in Herthas Ältestenrat gewählt. Bei der Vorstellung zur Wahl hatten die Kandidaten zwei Minuten Redezeit auf der Bühne. Gayda, der den Klub in den 1980er-Jahren mit Bürgschaften und Krediten vor der Insolvenz bewahrte, nutzte die Gelegenheit und sprach sechs Minuten lang. Nach viereinhalb Minuten kam das legendäre Warn-Glöckchen zum Einsatz, um auf die Zeitüberschreitung hinzuweisen. Der neue Versammlungsleiter Dr. Roland Kühne, der Dr. Dirk Lentfer nach 17 Jahren ablöste, ermahnte Gayda nach fünf Minuten höflich: „Herr Gayda, kommen Sie bitte zum Ende!“
Mit der markanten hellblauen Trainingsjacke, die zuvor zum Symbol des verstorbenen Hertha-Präsidenten Kay Bernstein (†43) geworden war, erklärte Gayda: „Kay und ich sind enge Freunde geworden. Deshalb möchte ich in den Ältestenrat, um als moralisches Auge zu überwachen, ob die positiven Dinge, die Kay hier (mit dem Berliner Weg, d. Red.) geschaffen hat, weiterentwickelt werden. Ich garantiere eins: Ich werde Sie nicht enttäuschen!“
Nach viel Applaus wurde Peter Gayda zusammen mit Barbara Wegner-Ottow, Klaus-Dieter Böhlo, Detlef Dames, Wilhelm Hennig, Helmut Klopfleisch und Horst Kuffler in das siebenköpfige Gremium gewählt.
Damit kehrt Gayda nach 35 Jahren in ein Hertha-Gremium zurück. 1990 hatte er nach Herthas Aufstieg in die Bundesliga seinen Vize-Posten aufgegeben und war nach Florida ausgewandert. Seine Verbundenheit zu Hertha blieb jedoch bestehen; er ist seit 60 Jahren Fan und seit 40 Jahren Mitglied. Auf die Frage, warum er so viel zu berichten hatte, antwortete er augenzwinkernd: „Ich wollte den Jung-Herthanern meine Geschichte erzählen. Da sind zwei Minuten zu kurz.“
Das Glöckchen blieb während der restlichen siebenstündigen Versammlung stumm.
Bildquelle: Depositphotos