Ein stiller Protest in der 2. Bundesliga fand beim 13. Spieltag statt, als die Anhänger von Hertha BSC und dem VfL Bochum die ersten zwölf Minuten des Spiels ohne jeglichen Laut verstreichen ließen. Ihre Botschaft war jedoch klar: Auf Bannern im Olympiastadion und Ruhrstadion war zu lesen: „Soll das die Zukunft des Fußballs sein?“.
Der Anlass für den Protest sind die geplanten Sicherheitsmaßnahmen in deutschen Stadien. Die Fans fordern von ihren Vereinen, sich entschieden gegen diese Pläne zur Wehr zu setzen. Ein gemeinsames Statement der Fanszenen in Deutschland verdeutlicht, dass sie keine personalisierten Tickets und keine verschärften Stadionverbote akzeptieren wollen.
Auch im Gästeblock wurde der Protest sichtbar. Vom 3. bis 5. Dezember wird auf der Innenministerkonferenz in Bremen über diese Themen diskutiert, und die Fans haben sich bereits lautstark dagegen ausgesprochen.
Am vergangenen Wochenende fand in Leipzig eine Großdemonstration unter dem Motto „Der Fußball ist sicher! Schluss mit Populismus – Ja zur Fankultur!“ statt, an der zahlreiche Fans teilnahmen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat sich ebenfalls klar gegen kollektive Maßnahmen positioniert und betont, dass diese weder zielführend noch vermittelbar seien. Besonders kritisiert werden die Reduzierung von Gästefan-Karten und die Personalisierung der Eintrittskarten.
Der 1. FC Köln hat Verständnis für den Protest der Fans gezeigt. Beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt planen die Anhänger ebenfalls, zu schweigen. Der Verein erklärte, dass die Schweigeminuten der Fans schmerzhaft, aber nachvollziehbar seien. Sicherheit im Stadion sei wichtig, jedoch lehne man Kollektivstrafen ab und setze auf Dialog mit der Politik und anderen Vereinen.
Die Diskussion über die Sicherheit in den Stadien ist eröffnet, und die Fans sind entschlossen, ihre Stimme zu erheben.
Bildquelle: Depositphotos