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Warum die Mpox-Fälle in Berlin stark angestiegen sind

Die Anzahl der Mpox-Fälle in Berlin hat sich im Vergleich zu den beiden Vorjahren nahezu verdoppelt. Im Jahr 2025 wurden laut dem Landesamt für Gesundheit…

Warum die Mpox-Fälle in Berlin stark angestiegen sind

Die Anzahl der Mpox-Fälle in Berlin hat sich im Vergleich zu den beiden Vorjahren nahezu verdoppelt. Im Jahr 2025 wurden laut dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) bereits 186 gemeldete Fälle registriert. Betroffen waren dabei überwiegend Männer, konkret 185.

Im Jahr 2024 waren lediglich 68 Fälle zu verzeichnen, während es 87 Fälle im Jahr 2023 gab. Zusammen genommen fallen die Werte der beiden vergangenen Jahre geringer aus als die aktuellen Zahlen. Im Vergleich zu dem massiven Ausbruch im Jahr 2022, der rund 1.600 laborbestätigte Mpox-Fälle in Berlin umfasste, sind die aktuellen Fälle dennoch relativ niedrig. Allerdings wurde im Dezember erstmals eine neue Variante in der Hauptstadt festgestellt.

Übertragung und Risikogruppen

Mpox ist eine seltene Krankheit, die primär durch engen Körperkontakt, insbesondere beim Geschlechtsverkehr, übertragen wird. Die Krankheitszeichen umfassen vor allem Hautausschläge sowie Fieber und Muskelschmerzen. Ansteckungsgefahr entsteht durch den Kontakt mit Bläschen oder Hautabschürfungen von infizierten Personen, eine Tröpfcheninfektion ist ebenfalls möglich. Die ersten Anzeichen in Deutschland wurden im Mai 2022 registriert und bisher gab es laut RKI keine tödlichen Infektionen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt das Risiko einer Mpox-Infektion bei Männern, die Sex mit Männern haben und häufig wechselnde Sexualpartner haben, als moderat ein, während das Risiko für andere als gering eingeschätzt wird. Im laufenden Jahr lag das Durchschnittsalter der betroffenen Personen bei 35 Jahren, wobei etwa 70 Prozent angaben, sich durch sexuelle Kontakte angesteckt zu haben. Berlin verzeichnet deutschlandweit die höchste Anzahl an Mpox-Fällen.

Neue Variante und Impfung

Das Lageso gab bekannt, dass am 8. Dezember erstmals ein Fall der Mpox-Variante „Klade Ib“ in Berlin festgestellt wurde. Der betroffene Mann litt an Fieber, dem charakteristischen Hautausschlag und geschwollenen Lymphknoten. Laut Lageso war er nicht geimpft und soll sich mutmaßlich im Ausland infiziert haben. Seit 2024 wurden in Deutschland erst 16 Fälle dieser Variante registriert, während die Mehrheit der hiesigen Fälle der Klade II zugeordnet wird.

Einige Fachleute betrachten die Klade Ib als potenziell gefährlicher, da sie häufiger zu schweren Krankheitsverläufen führt. Das Lageso widerspricht diesem Standpunkt jedoch und betont, dass es „keine Hinweise darauf“ gebe.

Seit 2022 wird in Deutschland eine Impfung gegen Mpox angeboten, insbesondere für Männer mit wechselnden Partnern sowie für Sexarbeitende. Der Anteil der nicht geimpften Infizierten ist in diesem Jahr deutlich gestiegen – 44 Prozent der Infizierten waren nicht geimpft. Claudia Ruscher, eine Infektionsepidemiologin des Lageso, fordert verstärkte Aufklärung über die Impfung, insbesondere im Vorfeld internationaler Veranstaltungen wie dem Pride-Month. Mpox sei nach wie vor eine neuartige Erkrankung, über die bislang wenig Informationen vorliegen.

Bildquelle: Echo Media Group

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