Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) werden in den nächsten zwei Jahren nicht mit einem erweiterten Angebot für ihre Fahrgäste aufwarten können. „Das Leistungsniveau soll 2026 und 2027 zunächst konstant gehalten werden“, erläuterte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) nach einer Sitzung des Senats am Dienstag.
Ab 2026 erhält die BVG über 1,3 Milliarden Euro jährlich von Berlin. Darüber hinaus fließen etwa 680 Millionen Euro aus dem sogenannten Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz des Bundes. Dennoch sind nach den Angaben von Bonde Erweiterungen erst ab 2028 geplant. Dies wird unter anderem mit einem Anstieg der Tarifkosten von etwa 120 Millionen Euro pro Jahr begründet.
Investitionen in die Betriebsstabilität
Die bereitgestellten Mittel sind vorgesehen, um die Stabilität des Betriebs zu sichern. Diese Investitionen werden in Personal, Infrastruktur und Projekte wie die Teilautomatisierung des U-Bahn-Systems sowie den Ausbau einer emissionsfreien Busflotte fließen. Zusätzlich erwähnte Bonde die Entwicklung autonom fahrender Kleinbusse als eine zukünftige Verkehrslösung.
Bis zum Jahr 2025 soll eine vollständige Dekarbonisierung aller Busse erreicht werden, sodass diese nicht mehr mit Diesel oder Gas betrieben werden. Neben der E-Mobilität plant der Senat, dies auch teilweise durch den Einsatz von Pflanzenöl oder Wasserstoff zu realisieren.
Vertragsbedingungen und künftige Leistungssteigerungen
Die vom Land Berlin bei der BVG bestellten und finanzierten Leistungen sind in einem Verkehrsvertrag festgelegt. Diese Vereinbarung, die von 2020 bis 2035 gilt, wird derzeit vom Senat überprüft. Bonde betonte, dass ab 2030 eine Leistungssteigerung von etwa zwei Prozent im Vergleich zu 2026 vorgesehen ist, ab 2031 soll ein Mindestwachstum von 0,75 Prozent erfolgen. Damit wird der Fokus der Senatorin auf „Stabilität vor Wachstum“ nochmals bekräftigt.
Kritik äußerte unter anderem der Umweltverband BUND Berlin, der Befürchtungen hinsichtlich einer Bremsung der Verkehrswende hat. Er warnt vor „überfüllten Bahnen und Bussen bis mindestens 2030“ und hebt hervor, dass Senat und BVG sich in den kommenden vier Jahren nicht auf einen Angebotszuwachs einigen konnten. Bonde setze damit das „unzureichende Angebot des Krisenjahres 2024“ bis 2030 fort. In diesem Jahr wird erwartet, dass das Angebot der BVG, insbesondere im Busbereich, auf einem Tiefpunkt liegen wird.
Bildquelle: Olaf Tausch via Wikimedia Commons (CC BY 3.0)