Die jüngste Eröffnung eines gemeinsamen Standorts für das Krankenhaus des Maßregelvollzugs (KMV) und die Berliner Polizei am Kirchhainer Damm im Bezirk Tempelhof-Schöneberg stellt einen bedeutenden Schritt dar, um die Einrichtungen zu entlasten. Diese Maßnahme wurde am 17. Dezember 2025 bekannt gegeben.
Das KMV hat das Erdgeschoss des neuen Gebäudes in Besitz genommen. Hier wurden 46 Patienten, die gemäß § 64 StGB untergebracht sind, vom bisherigen Standort in Berlin-Buch verlegt. Diese Patienten sind Rechtsbrecher mit Abhängigkeitserkrankungen.
Entlastung der bestehenden Standorte
Die Eröffnung des neuen Standorts am Kirchhainer Damm zielt nicht nur darauf ab, die Patientenversorgung zu verbessern, sondern auch die stark angespannten Belegungszahlen an den bisherigen KMV-Standorten in der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf und in Berlin-Buch zu reduzieren. Diese Maßnahme wird als dringend erforderlich angesehen, da die Belegungssituation in den vergangenen Jahren einen kritischen Punkt erreicht hat.
Senatorin Dr. Ina Czyborra erklärt: „Seit meinem Amtsantritt haben wir intensiv daran gearbeitet, die zum Teil prekäre Situation an den bestehenden KMV-Standorten aufzulösen.“ Sie betont die Wichtigkeit einer Verbesserung der räumlichen Verhältnisse und der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden, welche höchste Priorität genießen.
Haftplätze und Sicherheitsaspekte
Im ersten Obergeschoss des neuen Gebäudes wird künftig Abschiebungshaft für gefährliche Straftäter untergebracht. Geplant sind bis zu zehn Haftplätze, die unter Berücksichtigung der geltenden rechtlichen Bestimmungen bereitgestellt werden können. Senatorin Iris Spranger äußerte ihre Zufriedenheit über die gemeinsame Nutzung des Grundstücks, die sowohl die Patientensicherheit als auch die effiziente Ressourcennutzung in der Stadt erhöht.
Die Inbetriebnahme des neuen Standorts stellt zudem einen Teil des „Masterplans KMV 2040“ dar, der darauf abzielt, die seit Jahren angespannte Belegungssituation weiter zu entspannen. In den letzten Jahren wurden bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Situation zu verbessern.
Langfristige Maßnahmen und Investitionen
Ein nächster wesentlicher Schritt ist die Sanierung des Hauses 8 in Reinickendorf, die bereits in Planung ist. Hier sollen 40 bis 45 zusätzliche Betten installiert werden, wobei die geschätzten Gesamtkosten für die Instandsetzung bei ca. 56 Millionen Euro liegen. Diese finanziellen Mittel sollen aus dem Sondervermögen des Bundes bereitgestellt werden. Der Baubeginn wird derzeit für 2029 angestrebt.
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