„Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass der Berliner Club ‚Wilde Renate‘ auch nach dem Jahreswechsel geöffnet bleibt.“ Dieser erfreuliche Ausblick wurde am Donnerstag auf der offiziellen Webseite sowie auf Instagram des Clubs veröffentlicht.
In einem Statement, das auf Instagram in englischer Sprache veröffentlicht wurde, erklärte die Clubleitung, dass man am 16. Dezember eine Einigung zur Fortsetzung des Mietverhältnisses erzielt habe. Dies ermögliche dem Club somit eine langfristige Perspektive. Allerdings war seit längerer Zeit bekannt, dass die ‚Wilde Renate‘ nach der Silvesterfeier vorübergehend schließen und eine Pause einlegen müsse.
Vorbereitungen für eine Neuausrichtung
Auf der Webseite des Clubs [renate.cc] wurde hervorgehoben, dass man einen „gewissen Vorlauf“ benötige, um die organisatorischen Abläufe sowie das Team neu zu strukturieren und das Booking zu überarbeiten. Diese Schließzeit soll auch genutzt werden, um „wichtige Verbesserungen im Club voranzutreiben“. Der genaue Termin für die Wiedereröffnung ist derzeit noch offen.
Bereits im August 2024 hatte die ‚Wilde Renate‘ angekündigt, dass sie aufgrund des auslaufenden Mietvertrages am Markgrafenamm zum Jahresende 2025 schließen müsse. Ursprünglich war eine letzte Feier an Silvester geplant, gefolgt von einer endgültigen Schließung des Clubs.
Rücknahme der Schließungsankündigung
Im aktuellen Pressestatement heißt es, die frühere Ankündigung zur Schließung sei „inhaltlich zugespitzt und aus einer emotional sehr aufgeladenen Situation heraus getroffen worden“. Die ‚Renate‘-Macher nehmen diese Erklärung zurück und entschuldigen sich beim Grundstückseigentümer. Nach Gesprächen mit diesem war es möglich, eine Einigung zur Verlängerung des Mietvertrages zu erzielen. Zudem wird eine neue Betreibergesellschaft gegründet, die eine strukturelle Neuausrichtung des Clubs anstrebt, wobei die Details bislang unklar bleiben.
Hintergrundinformationen zur ‚Wilden Renate‘
Die ‚Wilde Renate‘, die von ihren Besucherinnen und Besuchern meist einfach nur ‚Renate‘ genannt wird, eröffnete im Jahr 2007 in einem unsanierten ehemaligen Mietshaus nahe der Elsenbrücke. Der Immobilieninvestor Gijora Padovicz ist der Eigentümer des Geländes. In diesem Club, bekannt für seine House- und Techno-DJs, gilt er als einer der angesehensten in Berlin.
Generell befindet sich die ‚Wilde Renate‘ auf einer der Vorhalteflächen für den Ausbau der Berliner A100. Falls der Bau des 17. Abschnitts wie geplant fortschreitet, müsste der Club zusammen mit anderen kulturellen Einrichtungen in der Umgebung möglicherweise weichen.
Im Sommer 2025 wurde zudem ein Teil des Außenbereichs, der sogenannte ‚Renate-Garten‘, durch einen Brand beschädigt. Die Möglichkeit einer Brandstiftung wurde damals nicht ausgeschlossen, allerdings gab es keine Verletzten und die Feuerwehr verhinderte das Übergreifen der Flammen auf das Gebäude.
Entwicklung der Berliner Clubszene
Die Partyszene in Berlin hat in den letzten Jahren zahlreiche Veränderungen durchlaufen, und viele Clubs sind geschlossen worden. Dazu zählen unter anderem das ‚Watergate‘ Ende 2024 und das ‚Mensch Meier‘ Ende 2023. Gründe für diese Schließungen sind unter anderem steigende Mieten, Gentrifizierung und Bebauungspläne. Das Gewerbemietrecht bietet Clubs in der Regel wenig Schutz, was den Druck auf sie in der Innenstadt von Berlin erhöht.
Im Unterschied zu Wohnraum genießen Gewerbemieter keinen speziellen Kündigungsschutz, da Clubs unter die Vergnügungsstättenverordnung fallen, was deren Betrieb zusätzlich erschwert. In Wohngebieten sind sie oft nur eingeschränkt oder gar nicht erlaubt.
Bildquelle: Foto: A.Savin / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)