Die zentrale Streitfrage in einem aufsehenerregenden Prozess in Peterhead, Aberdeenshire, dreht sich um die Verantwortung einer Mutter, die wegen des Todes ihrer drei Monate alten Tochter Dahlia-Rose durch die Hitze eines Haartrockners verurteilt wurde. Die 28-jährige Courtney Gartshore, die die Anklage der fahrlässigen Tötung bestritt, wurde am siebten Tag des Verfahrens schuldig gesprochen.
Konflikt und Anklage
Die Jury benötigte etwas mehr als eine Stunde, um zu einem einstimmigen Urteil zu gelangen. Gartshore, die während der Urteilsverkündung in Tränen ausbrach, wird im kommenden Monat bestraft. Die Anklage besagte, dass sie ihre Tochter fahrlässig und rücksichtslos der Hitze des Haartrockners ausgesetzt hatte, während Dahlia-Rose sich in ihrer alleinigen Obhut befand. Die schweren Verletzungen des Kindes führten letztendlich zu ihrem Tod.
Positionen der Beteiligten
Im Verlauf des Verfahrens wurde bekannt, dass Gartshore vor dem Vorfall Alkohol konsumiert hatte. Einige der ursprünglich gegen sie erhobenen Anklagen wurden während des Prozesses von der Staatsanwaltschaft fallengelassen. Die Jury hörte auch eine Aufzeichnung eines Notrufs, in dem Gartshore berichtete, dass ihre Tochter während des Schlafs „lila“ geworden sei.
Fakten und Beweise
Die Gerichtsverhandlung offenbarte, dass Dahlia-Rose Verbrennungen auf 18 % ihrer Körperoberfläche erlitten hatte. Zudem wurde das DNA-Material des Babys am Haartrockner gefunden. Ein Sachverständiger, Dr. Timothy Burge, ein Spezialist für Verbrennungen, äußerte jedoch, dass die Hitzeverletzungen möglicherweise nicht die Todesursache gewesen seien. Er stellte fest:
„Es könnte sein, dass sie bereits tot war.“
Reaktionen und Ausblick
Der Staatsanwalt Alan Cameron bezeichnete den Fall als ein „schreckliches, herzzerreißendes Ereignis“. In seiner Schlussrede betonte er, dass nur Gartshore und Dahlia-Rose sich in der Wohnung befunden hätten, was die Verantwortung der Angeklagten unterstrich. Er wies darauf hin, dass die Geschworenen sich nicht von „Mitleid oder Vorurteilen“ leiten lassen sollten und forderte sie auf, Gartshore der fahrlässigen Tötung für schuldig zu befinden.
Der Verteidiger Murray Macara argumentierte, dass die Anklage nicht ausreichend bewiesen habe, dass die Verletzungen die Todesursache waren. Richter Simon Collins bezeichnete den Fall als „störend“ und verschob die Urteilsverkündung auf den 14. August in das High Court in Edinburgh. Gartshore bleibt in Untersuchungshaft.
Nach dem Urteil äußerte sich Det Insp James Callander zu den Auswirkungen des Falls und betonte:
„Kinder sind wehrlos und sollten geschützt werden. Der Tod eines Kindes ist besonders erschütternd, aber der Tod eines Kindes durch die Hand eines Elternteils ist unglaublich verstörend.“
Quellen: bbc