Nashville (USA) – Die Hinrichtung von Christa Gail Pike, einer als Satanistin bekannten Frau, sollte am Mittwochmorgen (Ortszeit) im Hochsicherheitsgefängnis in Nashville erfolgen. Dies wäre die erste Hinrichtung einer Frau im US-Bundesstaat Tennessee seit mehr als 200 Jahren gewesen. Doch der Ablauf nahm eine unerwartete Wendung, als die staatlichen Behörden einen Aufschub beantragten.
Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA den zuvor verhängten Aufschub der Hinrichtung aufgehoben hatte, kam es während der Vollstreckung zu gravierenden Problemen. Laut den Verteidigern von Pike berichteten Zeugen, dass die 50-Jährige nach der Injektion von zwei tödlichen Chemikalien noch lebte. Um 20:26 Uhr wurden die Vollstrecker alarmiert, als sie hörten, dass Pike schnarchte.
Ursprung der Komplikationen
In einer Telefonkonferenz teilte Richter Kyle Hixson mit, dass der Staat das Gericht darüber informierte, dass Pike nicht für tot erklärt worden sei. Dies führte zur Anordnung einer medizinischen Notfallversorgung sowie zum Transport von Pike in ein Krankenhaus. Robin M. Maher, die Direktorin des Informationszentrums zur Todesstrafe, bezeichnete den Vorfall als „einzigartig und beispiellos“. Dies sei ein seltener Fall, da zwar schon viele Hinrichtungsversuche gescheitert seien, jedoch niemand zuvor die infolge der Injektion verabreichten Medikamente überlebt habe.
Vorbereitungen und rechtliche Auseinandersetzungen
Ursprünglich war alles für Pikes Hinrichtung vorbereitet worden. Die Henkersmahlzeit war serviert, und die ersten Zeugen hatten bereits Platz genommen. Allerdings entschied ein Bundesberufungsgericht in einer Sitzung mit einer Mehrheit von zwei zu eins, die Hinrichtung zu stoppen, um zu prüfen, ob Pikes Kindheitstraumata bei der Urteilsfindung berücksichtigt worden waren. Der Staat Tennessee sah darin eine Verzögerungstaktik und beantragte erfolgreich eine Eilentscheidung beim Obersten Gerichtshof.
Die Verurteilung und die schweren Verbrechen
Christa Gail Pike war 1996 zum Tode verurteilt worden, nachdem sie gemeinsam mit ihrem damaligen Freund und einer Freundin im Januar 1995 die 19-jährige Mitschülerin Colleen Slemmer in ein abgelegenes Waldstück gelockt hatte. Der Hintergrund war Eifersucht, da Pike glaubte, Slemmer wolle ihren Freund ausspannen. Während der Tat wurde Slemmer gefoltert; Pike schnitt ihr ein Pentagramm in die Brust und tötete sie schließlich mit einem Asphaltbrocken.
Die Kläger machen unmissverständlich klar, dass Pike für ihre Taten mit ihrem Leben bezahlen muss. Selbst die Umstände ihrer Kindheit und die damit verbundenen Traumata könnten an der Schwere der Verbrechen nichts ändern. Die Grausamkeit der Taten wiegt rechtlich schwer, sodass die Todesstrafe nicht in Frage gestellt wird.
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