Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen des Krebsregisters
Das Klinisch-epidemiologische Krebsregister Brandenburg-Berlin (KKRBB) hat am 1. Juli 2026 sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Diese Einrichtung stellt eine wichtige Datenquelle dar, die zur Verbesserung der onkologischen Versorgung in der Region beiträgt. Das KKRBB wurde 2016 als klinisches Krebsregister gegründet und erweiterte 2023 seine Aufgaben um den Bereich Epidemiologie. Die zentrale Funktion des Registers besteht in der systematischen Erfassung, Aufbereitung und Bereitstellung von Informationen zu Krebserkrankungen in Brandenburg und Berlin in Form einer umfassenden Datenbank.
Würdigung durch Gesundheitsstaatssekretärinnen
Anlässlich des Jubiläums hoben die Gesundheitsstaatssekretärinnen Dr. Friederike Haase aus Brandenburg und Ellen Haußdörfer aus Berlin die Bedeutung des Registers hervor. Sie bezeichneten es als eine tragende Säule der Krebsforschung in der Region und als Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den beiden Bundesländern im Gesundheitssektor. Haußdörfer betonte, dass das Krebsregister in den letzten zehn Jahren eine unverzichtbare Grundlage für eine moderne und evidenzbasierte Krebsversorgung geschaffen hat.
Fortschritte in der Krebsversorgung
Dr. Friederike Haase wies darauf hin, dass die Fortschritte in der Früherkennung, Behandlung und Nachsorge von Krebserkrankungen ohne die Erkenntnisse aus den Krebsregistern nicht möglich gewesen wären. Brandenburg hat bereits seit über 30 Jahren ein eigenes Krebsregister, doch die Kooperation mit Berlin hat zur Schaffung einer umfassenden Datenbasis für die gesamte Region geführt. Das KKRBB wird als wertvolles Instrument für die Verbesserung der medizinischen Versorgung von Krebspatienten angesehen.
Historische Entwicklung des Krebsregisters
Die Ursprünge des KKRBB reichen bis ins Jahr 1995 zurück, als Brandenburg ein flächendeckendes klinisches Krebsregister einführte. Dieses Register erfasste Daten zu Diagnosen, Therapien und Nachsorge von Tumorerkrankungen. Ab 2014 wurde es freiwillig durch die Krankenkassen finanziert. Mit dem Krebsfrüherkennungs- und registergesetz von 2013 wurden alle Bundesländer verpflichtet, eine erweiterte klinische Krebsregistrierung aufzubauen.
Erweiterung um epidemiologische Daten
Seit dem 1. Juli 2016 arbeiten die Länder Berlin und Brandenburg gemeinsam an einem länderübergreifenden klinischen Krebsregister. Im Jahr 2023 wurde das Register um den Bereich Epidemiologie erweitert. In klinischen Krebsregistern werden Daten zu Krebserkrankungen und Therapien erfasst, während epidemiologische Register das Auftreten und die Häufigkeit von Krebserkrankungen in der Bevölkerung analysieren. Diese Informationen sind entscheidend für die Gesundheitsberichterstattung und die Entwicklung von Präventionsprogrammen.
Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten der Daten
Das KKRBB bietet ein breites Spektrum an Nutzungsmöglichkeiten. Behandelnde Ärzte können Daten zu ihren Patienten anfordern, während Einrichtungen aggregierte Auswertungen in Form von Rückmeldeberichten erhalten. Wissenschaftler können anonymisierte oder pseudonymisierte Daten anfordern, um die Qualität der onkologischen Versorgung zu verbessern.
Finanzierung und Evaluation
Das KKRBB wird zu 90 Prozent von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert, während die verbleibenden 10 Prozent von den Ländern getragen werden. Für das epidemiologische Krebsregister übernehmen die Länder die vollständigen Kosten. Derzeit findet eine bundesweite Evaluation zur klinischen Krebsregistrierung statt, deren Ergebnisse voraussichtlich Ende Juli 2026 veröffentlicht werden.
Aktuelle Krebsstatistiken
Im Jahr 2023 erkrankten in Brandenburg insgesamt 17.382 Menschen neu an Krebs, darunter 9.695 Männer und 7.687 Frauen. Zu den häufigsten Krebsarten bei Männern zählen Prostata-, Lungen- und Darmkrebs, während bei Frauen Brust-, Lungen- und Darmkrebs am häufigsten vorkommen. In Brandenburg starben 8.397 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung.
Krebsneuerkrankungen in Berlin
In Berlin wurden im Jahr 2023 insgesamt 20.672 neue Krebserkrankungen registriert, wobei Frauen und Männer jeweils etwa zur Hälfte betroffen waren. Die häufigsten Krebsarten bei Männern sind Prostata-, Verdauungsorgane und Lungenkrebs, während bei Frauen Brust-, Lungen- und Darmkrebs die häufigsten Neuerkrankungen darstellen. Insgesamt starben in Berlin 9.188 Menschen an den Folgen ihrer Krebserkrankung.
Hinweis zur Datenaktualisierung
Die Daten des KKRBB werden kontinuierlich aktualisiert, da fortlaufend Meldungen zu Erkrankungen eingehen. Daher können die veröffentlichten Angaben von vorherigen Versionen abweichen.
Quellen: berlin.de
Bildquelle: Allan Feitor auf Pexels