Nach dem Rückzug aus der Euroleague hat Alba Berlin einen neuen Weg in der Champions League eingeschlagen. Die Umstellung bringt sowohl sportliche Vorteile als auch Wehmut mit sich. Während die Mannschaft von einer reduzierten Belastung und mehr Zeit für Training profitiert, vermissen Fans und Spieler die Duelle mit europäischen Top-Clubs.
Key Takeaways
- Alba Berlin spielt nach dem Ausstieg aus der Euroleague nun in der Champions League.
- Die Mannschaft profitiert von weniger Spielen, mehr Trainingszeit und einer verbesserten "Lebensqualität" für die Spieler.
- Trotz sportlicher Erfolge in der neuen Liga gibt es bei Fans und Verantwortlichen Wehmut über den Verlust der Euroleague-Duelle.
- Alba hat gute Chancen auf das Achtelfinale und sieht die Chance, einen internationalen Titel zu gewinnen.
Gemischte Gefühle im neuen Wettbewerb
Die Umstellung auf die Champions League nach dem Rückzug aus der Euroleague im Sommer war für Alba Berlin ein logischer, aber auch emotionaler Schritt. Zwar sind die Berliner in der neuen Liga ein Mitfavorit auf den Titel und die Spieler genießen die Vorteile einer reduzierten Reisetätigkeit und mehr Zeit im eigenen Bett, doch die Erinnerungen an die prestigeträchtigen Euroleague-Spiele gegen Teams wie Real Madrid oder Panathinaikos Athen schwingen mit. Kapitän Jonas Mattisseck beschreibt das Gefühl zu Beginn als "blöd", nicht mehr auf diesem höchsten europäischen Niveau zu spielen. Auch Sportdirektor Himar Ojeda gibt zu, "ein bisschen traurig" über den Abschied von Europas größter Basketballbühne gewesen zu sein.
Zuschauerzahlen und Fan-Akzeptanz
Die Umstellung scheint auch bei den Fans noch nicht vollständig angekommen zu sein. Die Zuschauerzahlen in den Heimspielen gegen Chalon und Nymburk waren mit rund 7.000 bis 7.200 Fans spürbar niedriger als in der Euroleague-Ära. Ojeda hofft, dass die Fans den neuen Weg "mitgehen" und dass es "noch Zeit" braucht, bis die Arena wieder voll ist. Dennoch sieht er, dass die Mannschaft mit ihrer Entwicklung die Fans erreicht.
Kompensation des Abgangs und sportliche Entwicklung
Sportlich hat Alba den Abgang des Topscorers Boogie Ellis gut kompensiert. Nach einem ernüchternden Saisonstart gewann die Mannschaft von Trainer Pedro Calles zuletzt sieben Spiele in Serie, darunter drei in der Champions League. Ohne Ellis spielt Alba in vielen Belangen besser und teambezogener. Mattisseck hebt hervor, wie die Mannschaft "zusammenwächst" und die zusätzliche Trainingszeit genutzt wird, um "Dinge anzupassen, Spieler und Ideen zu integrieren."
Neue Lebensqualität und internationale Titelchance
Die reduzierte Anzahl an Spielen hat spürbare Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Spieler. "Du schläfst in deinem eigenen Bett und kannst dich auch mal mit deiner Familie treffen. Das ist eine ganz andere Lebensqualität", beschreibt Mattisseck die Vorteile. Sportlich sieht er in der Champions League ebenfalls Potenzial, da auch andere Top-Vereine wie Badalona und Gran Canaria gewechselt sind. Alba hat nun die Chance, auf internationaler Ebene einen Titel zu gewinnen, was in der Euroleague zuletzt schmerzlich vermisst wurde. Ojeda schätzt den Modus, bei dem "jedes Spiel umso wichtiger" ist, was Alba entgegenkommt, die "jedes Spiel gewinnen" wollen.