Ein neuer Trend aus den USA schwappt nach Deutschland über: Assisted Stretching. Diese Methode, bei der Muskeln mit Hilfe einer zweiten Person gedehnt werden, gewinnt an Popularität. Experten sehen darin Potenzial, das neue Pilates zu werden, insbesondere da der Fokus im modernen Sport verstärkt auf Regeneration und Mobilität liegt.
Was ist Assisted Stretching?
Assisted Stretching, oder auf Deutsch "Dehnen mit Hilfestellung", ist eine Technik, bei der eine zweite Person – oft ein Therapeut oder Trainer – dabei hilft, die Dehnung eines Muskels zu intensivieren. Dies kann durch gezielte Anweisungen zur Haltungskorrektur oder durch aktive Unterstützung geschehen, um eine Dehnung zu erreichen, die alleine nicht möglich wäre. Ein zentrales Element ist die "postisometrische Relaxation", eine Methode, die Muskelanspannung und -entspannung kombiniert, um die Flexibilität zu erhöhen.
Die Bedeutung von Stretching im Sport
Während Krafttraining lange im Vordergrund stand, rückt die Regeneration im Sport immer mehr in den Fokus. Stretching spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Es fördert die Durchblutung, kann Schmerzen durch Endorphinausschüttung lindern und erhöht die Beweglichkeit von Gelenken, Sehnen und Faszien. Dies wiederum kann das Verletzungsrisiko senken. Ina Dobelmann, Physiotherapeutin bei den BR Volleys, betont die wachsende Bedeutung der Regeneration im modernen Sport.
Sinnvoll für Jedermann?
Für Nicht-Leistungssportler kann eine Einführung und Anleitung ins Stretching durch einen Experten sinnvoll sein, um Fehlhaltungen und Überlastungen der Gelenke zu vermeiden. Allerdings betont Dobelmann, dass regelmäßiges Dehnen mit dem eigenen Körpergewicht zu Hause oft effektiver ist als gelegentliche Assisted-Stretching-Sitzungen. "Wer hofft, dass man da einmal die Woche hingeht und danach flexibler ist, weil einem jemand beim Dehnen hilft, der wird enttäuscht werden", so Dobelmann. Kontinuität sei entscheidend.
Potenzial zum neuen Trend?
Assisted Stretching hat durchaus das Potenzial, ein neuer großer Fitnesstrend zu werden. Ähnlich wie bei Pilates, Yoga oder spezialisierten Krafttrainingsmethoden, wächst das Bewusstsein für die Wichtigkeit, auf den eigenen Körper zu achten. In Berlin bieten bereits verschiedene Studios solche Dehn-Sessions an, meist zwischen 30 und 60 Minuten lang. Ob sich der Trend langfristig durchsetzt, wird sich zeigen, doch die steigende Nachfrage nach ganzheitlichen Gesundheits- und Fitnessangeboten spricht dafür.
Key Takeaways:
- Assisted Stretching ist eine Methode des Dehnens mit professioneller Hilfestellung.
- Die Technik nutzt oft die postisometrische Relaxation zur Steigerung der Flexibilität.
- Regelmäßiges Stretching ist wichtig für Regeneration und Verletzungsprävention im Sport.
- Für Laien ist eine Anleitung ratsam, um Fehlhaltungen zu vermeiden.
- Der Trend aus den USA gewinnt auch in Deutschland, besonders in Städten wie Berlin, an Beliebtheit.