Berlin nimmt am kommenden Samstag Abschied von Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Sukopp. Der renommierte Wissenschaftler und Pionier der Stadtökologie verstarb am 3. Februar 2026 im Alter von 95 Jahren in seiner Heimatstadt. Staatssekretär Andreas Kraus wird im Namen der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt an der Trauerfeier auf dem St. Matthias-Friedhof in Tempelhof teilnehmen und einen Kranz niederlegen.
Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, äußerte sich zu Sukopps Tod:
„Berlin verliert mit Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Sukopp einen einzigartigen Wissenschaftler, einen engagierten Ratgeber und einen Menschen, der das Verständnis von Natur in der Stadt grundlegend verändert hat. Mit großem Weitblick und wissenschaftlicher Neugier erkannte er früh, dass Städte nicht im Gegensatz zur Natur stehen, sondern selbst aus einem Mosaik vielfältiger Lebensräume bestehen. Berlin verdankt Herbert Sukopp in besonderem Maße, dass die Natur unserer Stadt nicht nur geschützt, sondern als integraler Bestandteil urbaner Lebensqualität verstanden wird. Sein wissenschaftliches Werk, sein Engagement und sein unbeirrbarer Glaube an eine lebenswerte, naturnahe Stadt werden weit über sein Leben hinauswirken.“
Über viele Jahrzehnte prägte Sukopp die ökologische Forschung sowie die Naturschutzpraxis in Berlin und darüber hinaus. Als Professor und langjähriger Leiter des Fachgebiets Ökosystemforschung und Vegetationskunde an der Technischen Universität Berlin legte er die Grundlagen, die bis heute das Umwelt- und Stadtplanungsdenken der Hauptstadt beeinflussen.
In seiner Funktion als Landesbeauftragter für Naturschutz und Vorsitzender des Sachverständigenbeirats beriet er über 25 Jahre ehrenamtlich die Berliner Verwaltung. Dabei verstand er es, wissenschaftliche Erkenntnisse, planerische Praxis und politische Verantwortung erfolgreich zu verknüpfen. Viele der heute selbstverständlichen Instrumente für eine naturverträgliche Stadtentwicklung – wie die Biotopkartierung, Rote Listen sowie Landschafts- und Artenschutzprogramme – sind auf seine Initiative und sein Engagement zurückzuführen.
Für seine herausragenden Leistungen wurde Prof. Sukopp vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Verdienstorden des Landes Berlin und dem EuroNatur-Preis. Sein bedeutendstes Vermächtnis bleibt jedoch die Erkenntnis, dass Mensch und Natur auch in urbanen Räumen in einem lebendigen Gleichgewicht existieren können.
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