Die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt hat am 28. Mai 2026 in der Bogotastraße 18, 14163 Berlin-Zehlendorf, eine Gedenktafel zu Ehren der Bauhaus-Künstlerin Lou Scheper-Berkenkamp (1901–1976) enthüllt.
Im Jahr 2012 ehrte das Bauhaus-Archiv die Künstlerin mit einer monografischen Ausstellung unter dem Titel „Phantastiken“. Diese Präsentation zeigte ein breites Spektrum ihres Schaffens, das Malerei, Bilderbögen, Illustrationen, Kinderbücher und private Bildbriefe umfasste. In ihren Arbeiten verband sie verspielte und fantastische Elemente mit handwerklichem Können, das sie am Bauhaus erlernte. Zudem veröffentlichte sie journalistische Fachartikel und realisierte Wandgestaltungen in Zusammenarbeit mit renommierten Architekten.
Lou Scheper-Berkenkamp wurde am 15. Mai 1901 in Wesel geboren und war eine der ersten Schülerinnen am Bauhaus in Weimar, wo sie zwei Jahre lang studierte. In der Werkstatt für Wandmalerei lernte sie Hinnerk Scheper kennen, den sie später heiratete und mit dem sie drei Kinder hatte. Ihre eigenen künstlerischen Ambitionen stellte sie zugunsten der Familie zurück. Als ihr Mann 1925 zum Bauhausmeister ernannt wurde, entwarf sie unter anderem Entwürfe für das Triadische Ballett von Oskar Schlemmer und gestaltete Gemeinschaftsräume des Bauhauses in Dessau.
Während einer beruflichen Reise nach Moskau, wo Hinnerk Scheper mit einer Beratungsstelle für Farbgestaltung in der Architektur betraut war, begleitete sie ihn und unterstützte ihn bei der Veröffentlichung von Fachbeiträgen. 1931 kehrte das Paar ans Bauhaus zurück, jedoch wurde die berufliche Situation aufgrund des aufkommenden Nationalsozialismus zunehmend schwierig. Nach der Schließung des Bauhauses im Jahr 1933 arbeiteten die Schepers freiberuflich und zogen sich aus dem öffentlichen Leben zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ sich die Familie in Berlin nieder. Während Hinnerk Scheper zum Landeskonservator ernannt wurde, veröffentlichte Lou Scheper-Berkenkamp illustrierte Kinderbücher, stellte ihre Werke in Ausstellungen aus und engagierte sich in Berufsverbänden in West-Berlin.
Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1957 arbeitete sie als Farbgestalterin im architektonischen Bereich. Zu ihren Projekten zählten unter anderem das Foyer und die Treppenräume der Philharmonie, die Walter-Gropius-Schule mit Kindergarten sowie das Ägyptische Museum und die Dorfkirche in Zehlendorf. Auch überregionale Aufträge wie das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg und das Theater Wolfsburg gehörten zu ihrem Schaffen. Während ihrer Arbeiten an der Staatsbibliothek in West-Berlin verstarb sie am 11. April 1976.
Das Bauhaus hatte einen entscheidenden Einfluss auf das Leben und Werk von Lou Scheper-Berkenkamp. In einer Rückschau aus dem Jahr 1971 äußerte sie sich über das Bauhaus und dessen unvollendete Projekte.
Die Gedenktafeln in Berlin sind Teil eines Programms des Landes Berlin, das im Rahmen des Förderprogramms Historische Stadtmarkierungen von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt umgesetzt wird. Die weißen Porzellantafeln werden von der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin hergestellt. Die Organisation der Enthüllung und die Recherche für den Tafeltext wurden vom Verein Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin durchgeführt, der seit 2013 an der Umsetzung des Gedenktafelprogramms beteiligt ist.
Ein besonderer Dank gilt der GASAG AG, die als Hauptsponsorin des Gedenktafelprogramms die Tafel für Lou Scheper-Berkenkamp finanziert hat.
Quellen: berlin.de
Bildquelle: Foto: A.Savin / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)