Der Kleinsatellit „Tacheles“ des Berliner Unternehmens „Neurospace“ wurde im Rahmen der NASA-Mondmission Artemis 2 in einer Höhe von etwa 40.000 Kilometern ausgesetzt. Dies wurde Anfang April bekannt gegeben. Der Satellit sendete nach seiner Aussetzung Daten zur Erde, wie aus einer Mitteilung der Technischen Universität Berlin hervorgeht. Die Mission stellte einen Rekord auf, da Astronauten noch nie so weit von der Erde entfernt waren.
Das Unternehmen „Neurospace“ interpretiert die erfolgreiche Datenübertragung des Mondrovers als Nachweis dafür, dass es in der Lage ist, innerhalb eines Jahres einen Satelliten für den tiefen Weltraum zu konstruieren. Der Satellit hat die Maße 20 mal 20 mal 30 Zentimeter und beinhaltet die gesamte Elektronik eines geplanten Mondrovers, ergänzt durch Solarpaneele und einen Antrieb, der Edelgas ausstößt.
Ziele des Mondrover-Einsatzes
Irene Selvanathan, die Gründerin von „Neurospace“ und ehemalige Studentin der TU Berlin, erläuterte, dass aufgrund der Mitreise von Astronauten bei Artemis 2 nur Kaltgas als Treibstoff verwendet werden durfte. Dies erhöhte die Sicherheitsanforderungen erheblich. Zudem sind Strahlungssensoren integriert, die die Elektronik bei Überschreitung bestimmter Messwerte automatisch abschalten, um sie vor Schäden zu schützen.
Das Hauptziel des Einsatzes besteht darin, die Elektronik des Rovers unter realen Bedingungen im Weltraum zu testen, insbesondere hinsichtlich ihrer Widerstandsfähigkeit gegen kosmische Strahlung. Langfristig plant „Neurospace“, eine Vielzahl kleiner, autonom operierender Rover auf den Mond zu bringen, die bei der Erkundung und dem Aufbau einer Mondbasis unterstützen sollen. Selvanathan nannte einen möglichen Zeitrahmen von zwei Jahren, vorausgesetzt, die Auswertung der Tacheles-Daten verläuft positiv.
Die Entwicklung des Satelliten wurde mit 1,3 Millionen Euro vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gefördert, während die Gesamtkosten bei 1,8 Millionen Euro lagen. Der Bau fand in einem Reinraum in Berlin-Mitte statt. „Neurospace“ arbeitet eng mit dem Fachbereich Raumfahrttechnik sowie dem Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb der Technischen Universität Berlin zusammen.
Im Rahmen der Artemis 2-Mission wurden neben Tacheles auch drei weitere Kleinsatelliten aus Südkorea, Saudi-Arabien und Argentinien ausgesetzt. Alle vier Projekte hatten sich auf eine NASA-Ausschreibung für sogenannte CubeSat-Missionen beworben.
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