Der traditionsreiche queere Berliner Club Schwuz hat nach monatelangen finanziellen Schwierigkeiten und gescheiterten Rettungsversuchen seine endgültige Schließung angekündigt. Eine letzte Abschiedsparty ist für den 1. November geplant, um die fast 50-jährige Geschichte des Clubs zu feiern und sich bei der Community zu bedanken.
Key Takeaways
- Der älteste und größte queere Club Deutschlands, Schwuz, schließt seine Türen.
- Nachdem bereits im August Insolvenz angemeldet wurde, sind alle Versuche, einen Investor zu finden, gescheitert.
- Die letzte Party findet am 1. November statt.
- Finanzielle Probleme bestehen seit Anfang 2024, verschärft durch strukturelle Mängel und rückläufige Umsätze.
- Entlassungen von Mitarbeitenden und ein gescheitertes Crowdfunding konnten die Schließung nicht verhindern.
Das Ende einer Ära
Der Schwuz, der seit 1977 besteht und als "Schwulen-Zentrum" begann, hat eine bedeutende Rolle in der queeren Community Berlins gespielt. Nach der Insolvenzanmeldung im August führte der Club den Betrieb vorerst weiter, in der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Sanierung. Diese Hoffnung ist nun jedoch erloschen, da sich keine Partei fand, die den Club im aktuellen Zustand übernehmen oder die notwendigen Mittel aufbringen konnte.
Finanzielle Talfahrt und Rettungsversuche
Die Krise des Clubs zeichnete sich bereits Anfang 2024 ab, als absehbar wurde, dass das Jahr mit einem erheblichen Defizit enden würde. Das volle Ausmaß der finanziellen Probleme wurde im Mai 2025 deutlich, als monatlich zwischen 30.000 und 60.000 Euro fehlten. Rückläufige Umsätze und strukturelle Verwaltungsprobleme trugen zur Misere bei. Als Reaktion darauf entließ der Schwuz Ende Mai 33 Mitarbeitende, was zu scharfer Kritik führte. Ein Crowdfunding zur Modernisierung der Infrastruktur brachte nur einen Bruchteil der angestrebten Summe ein.
Ein Abschied und Dankeschön
In seiner Mitteilung auf Instagram ruft der Schwuz seine Gäste auf, die verbleibende Zeit zu nutzen, um gemeinsam zu tanzen, zu lachen, zu weinen und Erinnerungen zu teilen. Die letzte Party am 1. November soll ein Abschied, aber auch ein großes Dankeschön an die Community sein, die seit 1977 dieses "Abenteuer" ermöglicht hat. Der Club, der 2013 in größere Räumlichkeiten in Neukölln umzog, war ein wichtiger Bezugspunkt für die queere Szene und trug maßgeblich zur Entstehung von Veranstaltungen wie dem ersten Christopher Street Day in Berlin und der Stadtzeitung "Siegessäule" bei.