Die Berliner SPD hat Steffen Krach einstimmig zu ihrem Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl 2026 gekürt. Auf einem Landesparteitag in Friedrichshain gab sich Krach kämpferisch und kündigte an, das "Rote Rathaus" zurückerobern zu wollen. Er positionierte sich klar gegen den amtierenden Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und grenzte sich von den Plänen der Linken zur Vergesellschaftung von Wohnraum ab.
Krachs Kampfansage an die Konkurrenz
Steffen Krach, der bis 2021 als Staatssekretär in Berlin tätig war und aktuell Regionspräsident in Hannover ist, nahm die Rolle des "Underdogs" an, die seiner Partei in den aktuellen Umfragen zugeschrieben wird. "Ich will das Rote Rathaus zurückerobern“, betonte er und kritisierte den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) scharf. Laut Krach "besichtigt" Wegner die Stadt nur, anstatt sie zu regieren. Auch von der Linken, die ebenfalls ihre Spitzenkandidatin Elif Eralp nominierte, grenzte sich Krach ab. Während die Linke die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne befürwortet, setzt Krach auf ein konsequenteres staatliches Vorgehen gegen Mietwucher und betonte, dass es keine einfachen Lösungen für bezahlbaren Wohnraum gebe.
Ein bekannter Name kehrt zurück
Krach, der für seine Spitzenkandidatur sein Amt in Hannover aufgibt, ist in der Berliner Landespolitik kein Unbekannter. Von 2014 bis 2021 war er Wissenschaftsstaatssekretär unter dem damaligen Regierenden Bürgermeister Müller. Die SPD-Landesvorsitzende Nicola Böcker-Giannini lobte Krach als "Gewinnertypen" mit Strahlkraft, der Brücken bauen und Menschen zusammenbringen könne. Die Partei hofft, dass Krach die Berliner SPD aus ihrem aktuellen Umfragetief führen kann, das unter den Ergebnissen der letzten Wahl liegt.
Landesvorsitzender Hikel spricht ebenfalls
Auch Landesvorsitzender Martin Hikel sprach zu den Delegierten. Er hatte zuvor für Aufsehen gesorgt, indem er ankündigte, bei der Wahl 2026 nicht mehr für das Amt des Bezirksbürgermeisters in Neukölln zu kandidieren. Als Grund nannte er sein eigenes Ergebnis bei einer Wahlversammlung in Neukölln, das er als zu schlecht empfand.