Auf der Frühjahrsumweltministerkonferenz in Leipzig haben die Länder Bayern, Berlin, Hessen und Sachsen ihre Positionen zum Umwelt- und Klimaschutz dargelegt. Die Ministerien betonen die Notwendigkeit, dass Maßnahmen vor Ort wirksam, finanziell tragbar und ohne zusätzliche bürokratische Hürden umgesetzt werden können. Angesichts der steigenden Zahl von Extremwetterereignissen, den wachsenden Anforderungen an städtische Infrastrukturen und den zunehmenden Nutzungskonflikten um natürliche Ressourcen fordern die Länder eine konkrete Umsetzung, verlässliche Rahmenbedingungen und gezielte Investitionen.
Ein zentrales Anliegen ist die Stärkung der Resilienz von Städten und Ballungsräumen. Hierzu soll ein eigenständiges Förderinstrument entwickelt werden, das Maßnahmen wie Entsiegelung, Begrünung, wassersensible Stadtentwicklung und den Erhalt stadtnaher Ökosysteme unterstützt. Die finanziellen Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass Kommunen die Anforderungen aus Klimaanpassung und Naturschutz umsetzen können. Aktuelle Programme werden als unzureichend erachtet, um den spezifischen Herausforderungen urbaner Räume gerecht zu werden.
Die Senatorin Ute Bonde hebt hervor, dass der Klimawandel die Menschen in den Städten direkt betrifft, insbesondere durch zunehmende Hitze. Die Gestaltung klimaresilienter Städte sei auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, weshalb gezielte Investitionen notwendig seien, um Ballungsräume lebenswert zu halten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Schärfung des Umweltrechts. Die Länder streben an, europäische Vorgaben eins zu eins umzusetzen, ohne zusätzliche nationale Verschärfungen. Zudem soll das Umweltstrafrecht klar und verständlich gestaltet werden, um Rechtsunsicherheiten zu vermeiden. Die Bekämpfung von Umwelt- und Klimakriminalität soll durch eine nationale Strategie mit verbindlichen Zielen, erweiterte Ermittlungsbefugnisse und eine engere Zusammenarbeit zwischen Umwelt-, Polizei- und Justizbehörden verstärkt werden. Insbesondere der illegale Handel mit fluorierten Treibhausgasen soll konsequent unterbunden werden, da dieser erhebliche ökologische Schäden verursacht.
Staatsminister Ingmar Jung betont, dass klare Regeln allein nicht ausreichen. Der Vollzug müsse gestärkt werden, damit die Behörden die richtigen Instrumente zur Bekämpfung von Umweltkriminalität erhalten, ohne zusätzliche bürokratische Hürden.
Die Länder setzen sich zudem dafür ein, die Klimaanpassung vor Ort zu stärken und bürokratische Belastungen zu reduzieren. Sie fordern, auf neue zentrale EU-Vorgaben mit umfangreichen Berichts- und Monitoringpflichten zu verzichten und stattdessen bestehende regionale und kommunale Strukturen zu stärken. Eine Überarbeitung der EU-Wiederherstellungsverordnung wird angestrebt, um einen praxistauglichen und finanziell tragfähigen Rahmen zu schaffen. Die Finanzierungsstrukturen für Klimaanpassung sollen gezielt weiterentwickelt werden, um konkrete Maßnahmen vor Ort zu unterstützen.
Staatsminister Thorsten Glauber hebt hervor, dass Klimaanpassung in der Praxis vor Ort stattfindet und nicht durch zusätzliche Berichte behindert werden sollte. Es sei notwendig, kommunale Förderinstrumente zu schaffen, die Handlungsspielräume und Entscheidungsfreiheit bieten.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Sicherung der Wasserresilienz in Deutschland. Die Länder wollen die Vorsorge gegenüber Wasserknappheiten verbessern und einen bundesweiten Rahmen für ein Dürre-Risikomanagement entwickeln. Klare gesetzliche Grundlagen und gezielte Förderprogramme sollen den Umgang mit Niedrigwasser und Dürre systematisch verankern. Zudem besteht ein erheblicher Investitionsbedarf in die Versorgungssicherheit und die Anpassung der Infrastruktur an veränderte klimatische Bedingungen.
Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch betont die strategische Bedeutung von Wasser und die Notwendigkeit, die Infrastruktur krisenfest auszubauen. Angesichts häufiger Wetterextreme und wachsender Nutzungsinteressen sei es entscheidend, die Vorsorge zu stärken und den Umgang mit den verfügbaren Wasserressourcen zukunftssicher zu gestalten.
Für weitere Informationen steht die Pressestelle zur Verfügung.