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Ein neuer Musicalabend: Uraufführung von „East Side Story“ am Maxim Gorki Theater

„Jetzt ist Theater! Wir singen und wir tanzen, wir sinnen nie auf Rache.“ Mit diesen einladenden Worten eröffnet Lindy Larsson in einem glänzenden Anzug den…

Ein neuer Musicalabend: Uraufführung von „East Side Story“ am Maxim Gorki Theater

„Jetzt ist Theater! Wir singen und wir tanzen, wir sinnen nie auf Rache.“ Mit diesen einladenden Worten eröffnet Lindy Larsson in einem glänzenden Anzug den Abend im Maxim Gorki Theater, wo die Uraufführung von „East Side Story – A German Jewsical“ stattfindet. Während das Ensemble in glitzernden Roben die Zuschauer begeistert, entwickelt sich der Abend zunehmend in eine ernstere Richtung.

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Über das Musical und seine Themen

Das Musical hat keinen Bezug zur bekannten „West Side Story“ von Leonard Bernstein, sondern erzählt eine eigene Geschichte. Die Bühne ist mit einer Drehbühne ausgestattet, auf der ein Haus steht, vor dessen Fenster die jüdischen Schwestern Gerda und Renate erscheinen. Acht Jahre lang haben sie sich versteckt gehalten, und nun kehren sie unter sowjetischer Besatzung in ihre Wohnung zurück, in der sie vor dem Krieg lebten. Die Reaktionen der Nachbarn sind jedoch alles andere als erfreulich. „Es waren andere Zeiten damals“, ist ein Zitat eines Nazi-Ehepaars, das die Absurdität der Situation verdeutlicht.

Der rote Faden der Erzählung

Im Zentrum stehen die Schwestern, die unterschiedliche Lebensansichten vertreten. Während Renate an eine sozialistische Zukunft glaubt, strebt Gerda nach Freiheit im kapitalistischen Westen. Die Fragen nach Freiheit und den Untiefen menschlichen Verhaltens ziehen sich durch die gesamte Handlung. Juri Sternburg, der Autor des Stücks, spannt den Bogen von den 1940er Jahren bis zum Mauerfall und thematisiert, ob sich die Geschichte der Menschheit wiederholt.

Kulturelle Reflexionen im Musical

Die Musik von Paul Eisenach bietet eine Mischung aus jazzigem Pop, Schlager und sogar Punk-Einflüssen, und trägt zur melancholischen Atmosphäre des Abends bei. Die Regisseurin Lena Brasch inszeniert mit einer Leichtigkeit, die dem zeitgenössischen Thema gerecht wird. Die Darsteller, darunter Jasna Fritzi Bauer und Anastasia Gubareva, präsentieren ihre Rollen überzeugend und berührend.

Ein wichtiger Beitrag zum kulturellen Dialog

Obwohl das Musical Genre Grenzen hat, gelingt es ihm, wichtige Fragen aufzuwerfen und die Perspektiven jüdischer Rückkehrer nach dem Holocaust zu beleuchten. Der Abend endet mit einem eindringlichen Statement über das, was in der Gesellschaft schiefgeht. „Die Mörder sind nicht unter uns. Aber die Mörder sind sich immer einig“, resümiert die Schwester, was die Zuschauer zum Nachdenken anregt.

Bildquelle: Foto von Rodrigo Sümmer auf Unsplash

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