Eurowings hat angekündigt, seine Aktivitäten am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) auszubauen, nachdem Ryanair beschlossen hat, seine Flotte am Standort zu reduzieren. Die Lufthansa-Tochter wird im Rahmen des kommenden Winterflugplans zwei zusätzliche Flugzeuge am BER stationieren, um die durch den Rückzug von Ryanair entstandenen Lücken zu schließen.
Ryanair hatte kürzlich bekannt gegeben, dass die Airline ihre sieben Maschinen in Berlin abziehen und ihr Winterangebot am BER um die Hälfte reduzieren wird. Die irische Fluggesellschaft begründet diesen Schritt mit hohen Steuern und steigenden Flughafenentgelten. Die Gewerkschaft Verdi sieht in dieser Entscheidung jedoch auch eine Reaktion auf die Gründung eines Betriebsrats bei der Ryanair-Tochter Malta Air.
Um die entstandenen Kapazitäten zu füllen, wird Eurowings die Anzahl ihrer Flugzeuge am BER auf elf erhöhen, die dann nahezu 50 verschiedene Ziele anfliegen. Neu im Flugprogramm ist Bologna, das zuvor von Ryanair bedient wurde. Zudem wird es zusätzliche Verbindungen zu den Kanarischen Inseln Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote und Teneriffa geben. Insgesamt sind mehr als 300 Crew-Mitglieder den Maschinen am Berliner Flughafen zugeordnet.
Max Kownatzki, der Geschäftsführer von Eurowings, bekräftigte das Engagement des Unternehmens für den Standort Berlin und äußerte sich optimistisch über die zukünftigen Perspektiven, trotz der Herausforderungen. Gleichzeitig warnte er vor den hohen Kosten an deutschen Flughäfen, da sich seit 2019 die Steuern und Gebühren mehr als verdoppelt hätten. Diese Faktoren, zusammen mit den gestiegenen Kerosinpreisen, würden Investitionen in Deutschland erschweren.
Mit der Erweiterung festigt die Lufthansa-Gruppe ihre Marktführerschaft in der Hauptstadt. Neben Eurowings sind auch Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und SunExpress am BER aktiv. Gemeinsam beansprucht die Gruppe etwa 30 Prozent des gesamten Flugangebots in Berlin. Im Gegensatz dazu haben Easyjet und Ryanair in den letzten Jahren ihr Angebot schrittweise reduziert.
Am Donnerstag wird der Bundestag über eine mögliche Senkung der Luftverkehrsteuer beraten, eine Maßnahme, die von Ryanair bereits als unzureichend kritisiert wurde.
Quellen: t-online
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Bildquelle: KI generiert