Der Ur-Berliner Künstler Fil hat im Mehringhof-Theater sein neues Programm "Endlich wieder jung!" Premiere gefeiert. Mit einer Mischung aus Kabarett, Liedern und Gedichten thematisiert er auf humorvolle und oft auch bissige Weise die Tücken des Älterwerdens. Das Publikum, eine eher intellektuelle und reife Schar, zeigte sich begeistert von Fils unprätentiöser Art und seiner Fähigkeit, ernste Themen mit viel Selbstironie zu verpacken.
Key Takeaways
- Fil thematisiert das Altern mit einer Mischung aus Humor, Musik und politischer Satire.
- Das Programm "Endlich wieder jung!" feierte Premiere im Berliner Mehringhof-Theater.
- Fils Auftritt ist geprägt von Berliner Schnauze, Selbstironie und unerwarteten Wendungen.
- Das Publikum reagierte positiv auf die Mischung aus persönlichen Anekdoten und gesellschaftskritischen Spitzen.
Ein Abend über das Älterwerden
Fil, der sich selbst als "politischen Liedermacher" versteht, nähert sich seinem 60. Geburtstag und nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch die Herausforderungen des Älterwerdens. Von körperlichen Veränderungen wie "Etwas Schwabbel" bis hin zu altersbedingten Vergesslichkeiten wie Demenz – Fil scheut keine Themen. Seine Lieder, oft auf bekannten Melodien neu interpretiert, wie eine Version von "Gangsta’s Paradise" als "Rentner’s Paradise" oder "YMCA" als "ADHS", sorgten für Lacher und Nachdenklichkeit.
Musikalische und Poetische Einlagen
Obwohl Fils Gitarrenspiel anfangs als steif beschrieben wird, zeigt er im Laufe des Abends, dass er mehr kann. Seine Lieder reichen von humorvollen Beobachtungen über den Speck seiner Frau bis hin zu provokanten Parodien. Ein besonderes Highlight ist seine Fähigkeit, scheinbar harmlose Alltagsbeobachtungen mit scharfer politischer Kritik zu verbinden. So wird ein Kinderlied über den Weg in die Kita kurzerhand zu einer bissigen Anspielung auf Wladimir Putin und den Krieg in der Ukraine.
Tiefschwarzer Humor und Berliner Schnauze
Nach der Pause wird das Programm deutlich freizügiger und die Pointen sitzen lockerer. Fil pendelt gekonnt zwischen derben Witzen und gesellschaftskritischen Kommentaren, wie seiner Auseinandersetzung mit dem Messerverbot. Am Ende des Abends greift er ein altes Berliner Volkslied auf und verpackt es in tiefschwarzen Humor, der die Grausamkeiten des Lebens mit einem Augenzwinkern betrachtet. Fils unprätentiöse Art, seine Selbstironie und die "Berliner Schnauze" machen ihn zu einem sympathischen Entertainer, der es versteht, das Publikum zu fesseln und gleichzeitig die "eigentlichen Bösewichte unserer Zeit" anzuprangern. Das Programm "Endlich wieder jung!" ist bis Ende Januar im Mehringhof-Theater zu sehen.