„Das Beste kommt zum Schluss“ – dieser Gedanke schwebte über den Konzerten des Jahres 2025 in Berlin. Musikkritiker Jakob Bauer berichtete für rbb24 über mehr als 33 Konzerte, die eine Mischung aus herausragenden und enttäuschenden Darbietungen boten. Der Rückblick auf die Höhepunkte und Tiefpunkte des Konzertjahres zeigt nicht nur die Vielfalt, sondern auch die unterschiedlichen Reaktionen des Publikums.
Radioheads triumphale Rückkehr
Neun Jahre sind vergangen, seit Radiohead zuletzt in Berlin aufgetreten sind. Im Dezember fanden vier ausverkaufte Konzerte in der Uber Arena statt. Die Band verbindet klangliche und formale Experimente mit extremer Emotionalität, was die Fans in eine hypnotische Welt eintauchen ließ. Auf einer runden Bühne spielend, schufen sie eine Atmosphäre, die die Zuhörer tief in ihre Musik zog.
Anastacia überzeugt mit Funk-Pop
Im Gegensatz zu den Erwartungen war das Konzert von Anastacia im März im Berliner Tempodrom eine mitreißende Funk-Pop-Show. Statt einer nostalgischen Veranstaltung lieferte sie eine energiegeladene Darbietung, unterstützt von einer talentierten siebenköpfigen Band. Die Interaktion mit dem Publikum und die musikalische Verbindung standen im Vordergrund, was den Abend zu einem Erlebnis im Hier und Jetzt machte.
Nostalgie oder moderate Enttäuschung?
Die Befürchtungen einer reinen Nostalgie-Show bestätigten sich bei Holly Johnson, dem ehemaligen Leadsänger von Frankie Goes To Hollywood, im Mai. Obwohl er noch gut singt, blieb die Inszenierung hinter den Erwartungen zurück und wirkte eher fad. Ein ähnliches Bild zeichnete sich beim Konzert von Tokio Hotel ab, die ihre Popularität offensiv für Selbstvermarktungszwecke nutzten, dabei jedoch musikalisch weniger überzeugten.
Indie-Rock lebt
Ein Highlight war das Konzert der Wiener Band Leftovers, die im Oktober im Festsaal Kreuzberg auftraten. Mit kraftvoll verzerrten Gitarren und zeitgemäßen Themen begeisterten sie das Publikum und bewiesen, dass Indie-Rock noch lebendig ist. Die Mischung aus Energie und Mitmachstimmung machte den Abend unvergesslich.
Tyler, The Creator begeistert mit Kontrasten
Im Mai sorgte Tyler, The Creator in der Uber Arena für ein außergewöhnliches Erlebnis. Seine Kombination aus Jazz, Soul und anspruchsvollem Rap zog das Publikum in ihren Bann. Der Auftritt war ein faszinierendes Wechselspiel von intensiven Beats und sanften Melodien.
Cyndi Lauper und Ralph Heidel
Leider hinterließen Cyndi Lauper und ihre unkonventionelle Show in der Uber Arena im Februar weniger Eindruck als erhofft. Der Rhythmus des Abends funktionierte nicht optimal, was zu einer enttäuschenden Darbietung führte. Dagegen beeindruckte der Multi-Instrumentalist Ralph Heidel im Silent Green mit einem gefühlvollen Konzert, das das Publikum in eine musikalische Traumwelt entführte.
Der Rückblick auf die Konzerte des Jahres 2025 zeigt, dass sowohl Höhepunkte als auch Enttäuschungen einen bleibenden Eindruck in der Musikszene hinterlassen haben.
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