Berlin hat den Vorsitz der Initiative Wasserstoff Ostdeutschland e.V. (IWO) übernommen, wie die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin am 09.12.2025 bekannt gab. Damit erfolgt ein regelmäßiger Wechsel von Thüringen nach Berlin im Vorsitz der Initiative.
Die IWO fungiert als gemeinsame Plattform für die sechs ostdeutschen Bundesländer, mit dem Ziel, die Wasserstoffwirtschaft überregional voranzubringen. Zudem sollen Infrastrukturbedarfe ermittelt und lokale Fachkompetenzen gebündelt werden. Die Initiative setzt sich dafür ein, Wasserstoff als zentralen Bestandteil der Energiewende in Ostdeutschland zu etablieren und die bestehenden Potenziale effizient zu nutzen.
Strategische Bedeutung des Wasserstoffs
Franziska Giffey, Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, erklärte: „Unser Ziel ist, Berlin bis spätestens 2045 klimaneutral zu machen. Wasserstoff spielt dabei eine zentrale Rolle. Mit der Übernahme des Vorsitzes der Initiative Wasserstoff Ostdeutschland gestalten wir den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft im Osten aktiv mit.“
Sie betonte, dass die Zusammenarbeit mit den anderen ostdeutschen Bundesländern entscheidend dazu beitragen werde, die Region zu einem bedeutenden Standort für diese Schlüsseltechnologie zu entwickeln, die CO2-Emissionen verringert und Arbeitsplätze schafft.
Wasserstoffinfrastruktur in Berlin
Für Berlin wird grüner Wasserstoff eine wesentliche Rolle bei der Dekarbonisierung der Energie- und Wärmeversorgung spielen. Insbesondere die Fernwärmeerzeugung, die einen maßgeblichen Anteil an der Wärmeversorgung in der Hauptstadt hat, soll durch den Aufbau einer robusten Wasserstoffinfrastruktur klimaneutral gestaltet werden.
„Eine schnelle, verlässliche und bezahlbare Wärmewende lässt sich nur erreichen, indem wir eine leistungsfähige Wasserstoff-Infrastruktur aufbauen und das Berliner Wasserstoff-Startnetz zügig an das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen wird“, so Giffey weiter. Hierfür seien verlässliche politische Rahmenbedingungen von Bund und EU erforderlich.
Über die Initiative Wasserstoff Ostdeutschland
Die Initiative wurde im Jahr 2023 von den Regierungschefs der ostdeutschen Bundesländer ins Leben gerufen und 2024 als Verein gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Wissenschaft, Verwaltung und Politik im Bereich Wasserstoff zu stärken. Der Vorsitz wechselt jährlich im Rahmen des Rotationsprinzips der Ministerpräsidentenkonferenz Ost. Die Geschäftsstelle der IWO nahm Anfang 2025 ihre Tätigkeit auf und ist in einer Liegenschaft der Berliner Energie und Netzholding GmbH untergebracht.
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