Am Donnerstagmorgen führte die Polizei eine bundesweite Razzia wegen der Verbreitung islamistischer Propaganda im Internet durch. In Berlin und Brandenburg wurden zahlreiche Wohnungen durchsucht, wobei Handys, Laptops und Speicherkarten beschlagnahmt wurden. Im Fokus standen sogenannte "Nasheeds", Lieder, die online zur Verbreitung extremistischer Botschaften missbraucht werden.
Wichtige Erkenntnisse
- Polizei durchsuchte 17 Wohnungen in Berlin und drei in Brandenburg.
- Beschlagnahmt wurden diverse elektronische Geräte wie Handys und Laptops.
- Verdacht der Verbreitung islamistischer Propaganda durch "Nasheeds" (islamische Gesänge).
- Viele Verdächtige sind bereits polizeibekannt oder jugendlich.
- Die Aktion war Teil einer bundesweiten Razzia mit über 50 Durchsuchungsbeschlüssen in 12 Bundesländern.
Islamistische Propaganda über Musik
Die Polizei ermittelt wegen der Verbreitung sogenannter "Nasheeds". Diese Lieder und Gesänge, die vielen Jugendlichen aus dem Internet bekannt sind, werden laut den Behörden online missbraucht, um versteckte strafbare oder extremistische Botschaften zu verbreiten. "Ein Lied wirkt dann wie ein normaler Trend – hat aber in Wirklichkeit eine völlig andere Bedeutung", erklärte die Berliner Polizei.
Umfangreiche Durchsuchungen und Beschlagnahmungen
In Berlin wurden am frühen Donnerstagmorgen 17 Wohnungen durchsucht. In Brandenburg gab es drei Durchsuchungen in den Landkreisen Spree-Neiße und Ostprignitz-Ruppin, bei denen drei Männer im Alter von 18, 23 und 27 Jahren im Fokus standen. Beschlagnahmt wurden unter anderem Handys, Laptops, Notebooks, Kameras und Speicherkarten. Ein Polizeisprecher in Berlin berichtete, dass viele der Verdächtigen bereits mit ähnlichen Taten aufgefallen seien. Unter den Verdächtigen in Berlin befanden sich sowohl Jugendliche als auch Erwachsene, darunter auch Frauen, mit deutscher und ausländischer Herkunft. Insgesamt waren 220 Polizisten im Einsatz.
Bundesweite Aktion mit internationaler Beteiligung
Die Razzia wurde vom Bundeskriminalamt (BKA) koordiniert. In zwölf Bundesländern wurden mehr als 50 Durchsuchungsbeschlüsse umgesetzt und zahlreiche Beschuldigte vernommen. Auch in Österreich und der Schweiz gab es entsprechende Maßnahmen. Laut BKA handelt es sich bei den Beschuldigten vor allem um Jugendliche und Heranwachsende bis 21 Jahre, die als "relevante Adressaten und Verbreiter islamistischer Propaganda im Internet" gelten.