Der ungarische Filmemacher Béla Tarr ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Dies berichten die ungarische Nachrichtenagentur MTI und die Familie des Regisseurs. Tarr wurde als einer der bekanntesten Regisseure des europäischen Autorenkinos angesehen.
Im Jahr 2011 erhielt er bei der Berlinale den Großen Preis der Jury für seinen letzten Film, „Das Turiner Pferd“. Ab 1990 war er als Gastdozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin tätig.
Würdigung seiner Werke
Viele von Tarrs bemerkenswerten Werken entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Literaturnobelpreisträger László Krasznahorkai. Besonders bekannt wurde er durch Filme wie das mehr als sieben Stunden lange Epos „Satanstango“ von 1994 sowie „Die Werckmeisterschen Harmonien“ aus dem Jahr 2000.
Die Europäische Filmakademie drückte in einer Stellungnahme ihr Bedauern über den Verlust eines herausragenden Regisseurs und einer einflussreichen Persönlichkeit aus, die nicht nur von Kollegen, sondern auch vom internationalen Publikum geschätzt wurde.
Letzte Jahre und Fokus auf Bildung
Im Jahr 2023 erhielt Tarr beim Europäischen Filmpreis einen Ehrenpreis. Nach seinem Berlinale-Beitrag „Das Turiner Pferd“ 2011 veröffentlichte er keinen weiteren Film. Mehrfach äußerte er, dass er „alles gesagt“ habe, was er mit dem Kino vermitteln wollte. In den letzten Jahren konzentrierte sich Tarr vor allem auf die Filmausbildung und kulturelle Initiativen.
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