Der Jahnsportpark in Berlin steht vor einem umfassenden Neubau. Das große Stadion soll künftig als öffentliche Sportanlage dienen. Wie die Anlage konkret genutzt werden soll, ist jedoch noch unklar.
Der alte Jahnsportpark in Prenzlauer Berg wurde bereits abgerissen. Bis 2029 ist der Bau des neuen Stadions geplant.
Der Berliner Senat verfolgt ein klar definiertes Nutzungskonzept, das sowohl Schulen als auch Sportvereine und Veranstalter einbezieht. Die Adresse des neuen Standorts lautet Cantianstraße 24, 10437 Berlin, im Bezirk Pankow. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf etwa 286 Millionen Euro, mit einer Fertigstellung, die für 2029 vorgesehen ist. Der Abriss des alten Stadions ist weitgehend abgeschlossen, und im Februar 2026 wurden zwei historische Flutlichtmasten gesprengt, was den Übergang vom Rückbau zum Neubau markiert.
Nutzung des Jahnsportparks bleibt unbestimmt
Das neue Stadion im Jahnsportpark wird als öffentliche Sportanlage konzipiert. Schulen sollen dort regelmäßig Sportunterricht abhalten können, während Sportvereine Zugang zu Trainings- und Wettkampfflächen erhalten. Die konkrete Vergabe dieser Flächen wird jedoch erst kurz vor der Inbetriebnahme erfolgen und hängt von eingereichten Anträgen ab, wie aus einer schriftlichen Anfrage des Grünen-Politikers Andreas Otto hervorgeht. Eine definitive Liste von Vereinen oder Schulen existiert derzeit nicht.
Auch die Durchführung von Veranstaltungen ist Teil des Konzepts für den neuen Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Geplant sind unter anderem Leichtathletik- und Para-Sportevents sowie Football-Spiele. Die genaue Anzahl der Veranstaltungen pro Jahr steht noch nicht fest und wird sich nach den jeweiligen Sportkalendern richten.
Flexibilität der Nutzung im Fokus
Das Stadion soll grundsätzlich flexibel genutzt werden, wobei der genaue Umfang momentan noch nicht beziffert werden kann. Der Senat weist darauf hin, dass die Nutzung von Anträgen und Kapazitäten abhängt.
Der Betrieb des Stadions wird künftig direkt bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport liegen. Eine eigene Betreibergesellschaft, wie sie beispielsweise beim Olympiastadion existiert, ist derzeit nicht geplant, was eine zentrale Verwaltung zur Folge hat.
Steigende Kosten beim Neubau des Jahnsportparks
Die Kosten für den Neubau des Jahnsportparks steigen erheblich. Ursprünglich hatte der Senat im Jahr 2019 mit etwa 97 Millionen Euro kalkuliert. Aktuell wird die Schätzung für das Stadion auf bis zu 266 Millionen Euro angehoben. Hinzu kommen mindestens 20 Millionen Euro für den Abriss, sodass das Gesamtprojekt sich der 300-Millionen-Euro-Marke nähert.
Die Verwaltung rechnet mit einer Fertigstellung bis 2029. Kostensteigerungen zwischen Planung und Umsetzung sind bei Projekten dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich.
Einsparungen beim Jahnsportpark beschlossen
Die gestiegenen Kosten für den neuen Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark haben jedoch Auswirkungen auf die weiteren Pläne im Jahnsportpark. Insbesondere der dritte Bauabschnitt steht unter Druck, in dem ein Inklusionssportpark entstehen soll. Ursprünglich waren dafür rund 119 Millionen Euro eingeplant.
Bereits beschlossene Einsparungen betreffen zentrale Elemente des Projekts. Ein geplantes Begegnungszentrum wird gestrichen, und eine Multifunktionshalle wird in kleinerem Maßstab gebaut. Parallel plant der Senat die Errichtung einer Sportwiese mit Kunstrasenfeld sowie einer inklusiven Lauf- und Rollstrecke. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist bis 2028 vorgesehen, abhängig von der Verfügbarkeit von Fördermitteln.
Bildquelle: Echo Media Group / KI