„Wir freuen uns, dass der Entwurf zur Neugestaltung des Lutherdenkmals ausgewählt wurde“, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.
Neugestaltung des Lutherdenkmals in Berlin-Mitte
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat erfolgreich das europaweite Verhandlungsverfahren zur gestalterischen Aufwertung des Lutherdenkmals vor der St.-Marien-Kirche abgeschlossen. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit dem Bezirk Mitte.
Der ausgewählte Entwurf stammt von dem Planungsbüro BASD – Gerhard Schlotter und Claudia Kruschel-Bücker Architekten, in Kooperation mit den Künstlern Maria Vill und David Mannstein. Das Büro überzeugte die Jury durch seine umfassende Erfahrung in der Denkmalpflege und einen sensiblen Ansatz zur Aufwertung des bestehenden Denkmals.
Details des Entwurfs
Der Plan sieht vor, die bestehende Lutherfigur zu restaurieren und sie in die Berliner Mitte zu integrieren. Zu den neuen Elementen gehören ein Natursteinsockel, eine umlaufende Sitzbank sowie eine Informationsstele. Die Grün Berlin GmbH wird die Umsetzung des Projekts im Rahmen der Neugestaltung des Rathausforums und des Marx-Engels-Forums übernehmen.
Finanzierung und Fördermittel
Das Lutherdenkmal ist Teil der Städtebauförderkulisse „Berliner Mitte“, die im August 2025 in das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren und Quartiere“ aufgenommen wurde. Für die Aufwertung des Denkmals stehen bis zu 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, während für die Gestaltung des Umfelds, einschließlich Baumpflanzungen, 2,4 Millionen Euro bereitgestellt werden.
Teilnahmeverfahren und Aufgabenstellung
Bis zum 20. April 2026 waren Architekten, Landschaftsarchitekten sowie Künstler eingeladen, ihre Entwürfe einzureichen. Die Aufgabenstellung umfasste die Sichtbarmachung des Denkmals im städtischen Raum, die barrierefreie Integration des Sockels sowie die restauratorische Sicherung der historischen Elemente.
Historische Hintergründe
Das Lutherdenkmal an der Marienkirche wurde ursprünglich 1895 als repräsentatives Reformationsdenkmal nach einem Entwurf von Paul Otto errichtet und nach dessen Tod von Robert Toberentz vollendet. Die Anlage war als räumliches Ensemble konzipiert, das die zentrale Lutherfigur mit mehreren Begleitfiguren bedeutender Reformatoren verband. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde das Ensemble jedoch weitgehend zerstört, und die meisten Begleitfiguren gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Die zentrale Lutherfigur wurde 1989 an ihrem historischen Standort in der Nähe der St.-Marien-Kirche wieder aufgestellt.
Der prämierte Entwurf wird die Lutherfigur als isoliertes Fragment des ursprünglichen Denkmals neu in Wert setzen und an die stadtgeschichtliche Bedeutung als zentrales Element auf dem ehemaligen Neuen Markt anknüpfen.
Kontaktinformationen
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Quellen: berlin.de