Neuruppin, eine Stadt mit reicher preußischer Geschichte, mittelalterlichen Elementen und Blick auf den Ruppiner See, bietet sich für einen Tagesausflug an. Die Stadt liegt etwa 75 Kilometer nordwestlich von Berlin und ist eng mit dem Schriftsteller Theodor Fontane verbunden, der hier am 30. Dezember 1819 geboren wurde.
Besucher, die das Geburtshaus Fontanes besichtigen möchten, sollten die Löwen-Apotheke in der Karl-Marx-Straße aufsuchen. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs „Rheinsberger Tor“. In der Wohnung über der Apotheke seines Vaters kam Fontane zur Welt.
Die Familie Fontane lebte sieben Jahre in diesem Haus, bevor sie 1826 aus finanziellen Gründen nach Swinemünde zog. Der Vater hatte Spielschulden, was die Familie in eine schwierige Lage brachte. Nach der Trennung der Eltern kehrte Fontanes Mutter mit seiner jüngeren Schwester nach Neuruppin zurück, wo der Dichter sie häufig besuchte.
Neuruppin wird oft als die „preußischste Stadt Preußens“ bezeichnet, was mit dem Bild einer Garnisonsstadt verbunden ist, die für Ordnung und Bildung steht. Diese Wahrnehmung hat ihre Wurzeln in der Geschichte der Stadt, die nach einem verheerenden Brand im Jahr 1787 nahezu vollständig neu aufgebaut wurde. Der Wiederaufbau orientierte sich an klassizistischen Prinzipien, was zu breiten Straßen und einem einheitlichen Stadtbild führte.
Historische Stätten und Sehenswürdigkeiten
Auf dem Weg zum Fontane-Haus können Besucher die Überreste der Stadtmauer und der Wallanlagen erkunden. Diese Steinmauern wurden im 14. Jahrhundert errichtet und umschlossen die Stadt. Ein besonderes Highlight ist die „Prinzenpforte“, ein Tor in der Stadtmauer, das Kronprinz Friedrich, später bekannt als Friedrich der Große, nutzte, um unbemerkt in den Tempelgarten zu gelangen.
Der Tempelgarten, angelegt von Friedrich dem Großen im Jahr 1732, diente als Nutz- und Musengarten. Hier errichtete der Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff 1735 einen Rundtempel, der orientalisch-maurische Elemente aufweist. Der Garten wurde später von der Kaufmannsfamilie Gentz mit barocken Figuren und seltenen Pflanzen ausgestattet. Heute gibt es im Tempelgarten ein Restaurant und ein Café, die während des Sommers zahlreiche Veranstaltungen anbieten.
Die Klosterkirche St. Trinitatis
In der Nähe des Tempelgartens befindet sich die Klosterkirche St. Trinitatis, deren Geschichte bis ins Jahr 1246 zurückreicht. Ursprünglich als Dominikanerkloster gegründet, verlor das Kloster mit der Reformation im Jahr 1517 an Bedeutung und wurde später abgerissen. Die Kirche blieb jedoch erhalten und wurde im 19. Jahrhundert umfassend restauriert. Die beiden Türme, die das heutige Erscheinungsbild prägen, wurden zwischen 1904 und 1907 hinzugefügt. Von der Kirche aus bietet sich ein weiter Blick über die Stadt und den Ruppiner See.
Die Fachwerkhäuser und Straßen rund um die Klosterkirche blieben vom Stadtbrand von 1787 verschont. In der Siechenstraße können Besucher das UpHus, eines der ältesten Fachwerkhäuser der Stadt, sowie die Hospitalkapelle St. Lazarus besichtigen.
Abschluss des Rundgangs am Ruppiner See
Ein Besuch in Neuruppin sollte mit einem Abstecher zum Ruppiner See enden. Hier steht die 17 Meter hohe Skulptur „Parzival am See“, die von dem Künstler Matthias Zágon Hohl-Stein geschaffen wurde. Diese wurde 1998 anlässlich der Verleihung des Namens „Fontanestadt“ an Neuruppin enthüllt und symbolisiert einen Neuanfang für die Stadt.
Die Anreise von Berlin nach Neuruppin ist unkompliziert. Vom Bahnhof Gesundbrunnen aus gelangt man mit dem Regionalexpress RE6 in weniger als anderthalb Stunden zum Bahnhof Rheinsberger Tor. Alternativ kann die Stadt auch mit dem Auto über die A24 in Richtung Hamburg erreicht werden, wobei die Fahrzeit je nach Verkehrslage etwa anderthalb Stunden beträgt. Für aktuelle Informationen zu Bahnverbindungen sollten Reisende die wichtige Bahnstrecke im Auge behalten.
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Quellen: t-online
Bildquelle: KI generiert