Berlin etabliert neue Maßstäbe hinsichtlich der Finanzierung für Klima- und Umweltschutz: Der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) stehen in den kommenden zwei Jahren über 570 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Summe setzt sich aus Mitteln des kürzlich verabschiedeten Doppelhaushalts und den Sondervermögen des Bundes zusammen. Darüber hinaus stellt das Land Berlin bis 2030 2,3 Milliarden Euro für den Klimapakt bereit. Mit diesen finanziellen Mitteln soll den landeseigenen Unternehmen geholfen werden, ihre Kohlendioxidemissionen zu reduzieren und somit die Klimaschutzziele Berlins zu erreichen.
Die Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Ute Bonde, erklärte: „Wir tätigen mit diesem Haushalt, diesem Sondervermögen und dem Klimapakt Ausgaben in Rekordhöhe. Dieser Haushalt orientiert sich an Realitäten und dem Wählerwillen und stellt die richtigen Weichen für eine noch besser funktionierende, klimaresiliente und lebenswerte Stadt auch in Zukunft.“
Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes
Ein zentrales Ziel bleibt die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes um 70 Prozent bis 2030. Die SenMVKU wird durch die Umsetzung des Baumentscheids zusätzliche Impulse setzen. Im Mai wird eine umfassende Planung für die Umsetzung des Klimaanpassungsgesetzes präsentiert, gefolgt von einer ganzheitlichen Klimaanpassungsstrategie und einem umfassenden Klimaanpassungsprogramm für Berlin im November.
Wichtige Maßnahmen zur Wärmewende
Trotz der finanziellen Herausforderungen bleiben bedeutende Klimaschutzprogramme wie BEK und BENE 2 bestehen, wodurch EU-Fördermittel für Berlin gesichert sind. Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung: Der Senat plant, im Juni 2026 den Wärmeplan für Berlin zu verabschieden, der Gebäudeeigentümern Orientierung für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bieten soll. Ein zentraler Baustein in diesem Zusammenhang ist die Geothermie. Vor Kurzem hat die SenMVKU den Zugang zu dieser umweltfreundlichen Energiequelle erleichtert, indem die frühere Begrenzung der Bohrtiefe auf 100 m aufgehoben wurde.
Die SenMVKU hat die vom Senat beschlossene „Roadmap Tiefe Geothermie Berlin“ im Jahr 2025 in die Tat umgesetzt und wird diese Initiative auch 2026 weiterführen. Ermöglicht werden diese Schritte durch die im Vorjahr erlangte bergrechtliche Genehmigung und die entsprechenden Haushaltsmittel für Probebohrungen. Im Juli 2025 fanden in Marzahn und Lichtenberg Messungen mittels 2D-Seismik statt, um das Potenzial von Erdwärmebohrungen zu erfassen. Die vielversprechenden Ergebnisse werden wichtige Informationen für die geplanten stadtweiten 3D-Seismik liefern.
Umgestaltung zur klimaangepassten Schwammstadt
Die SenMVKU wird auch 2026 Berlin weiter zur klimaangepassten Schwammstadt entwickeln. Ein herausragendes Beispiel ist der Gendarmenmarkt, der seit März 2025 über ein wirtschaftlich effizientes und innovatives Regenwassermanagement verfügt. Zudem wird in Kooperation mit der Stiftung für Naturschutz Berlin das ehemalige Moor im Versunkenen See in Rahnsdorf seit Mai 2025 renaturiert. Aktuell sind die Neuen Wiesen in Köpenick im Prozess, in ihren ursprünglichen moorigen Zustand zurückversetzt zu werden. Im Frühjahr 2026 werden weitere potenzielle Standorte ermittelt, um die wichtige Rolle dieser Ökosysteme für den Klima- und Artenschutz zu würdigen.
Bereits im ersten Quartal 2026 wird Berlin eine besondere Veranstaltung ausrichten, die als Schaufenster für Klimaschutz und Biodiversität dient: Vom 10. bis 14. März findet der Deutsche Naturschutztag (DNT) in Berlin statt. Dieser bedeutende Fachkongress für Naturschutz bringt unter dem Motto „Natur – Mensch – Zukunft“ bundesweite Aufmerksamkeit nach Berlin und fördert den fachlichen Austausch über zentrale Themen der Natur, Gesellschaft und Stadtentwicklung.
Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches neues Jahr!