Sperrt: Auf der Bundesstraße 1 entsteht zwischen Potsdamer Platz und Alexanderplatz eine neue Engstelle. Aufgrund von Schäden am Bauwerk ist die Neue Gertraudenbrücke in Berlin-Mitte ab sofort für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen unzugänglich. Dies gab die Senatsverkehrsverwaltung am Freitag bekannt.
Der Busverkehr der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) muss nun alternative Routen nutzen. Lediglich Einsatz- und Rettungsfahrzeuge dürfen die 35 Meter lange Brücke überqueren. Allen anderen Fahrzeugen, wie Pkw, bestimmten Kleintransportern oder Zweirädern, wird der Zugang gestattet.
Schäden und Überprüfung
Bei den neuesten Prüfungen des im Jahr 1977 errichteten Bauwerks wurden Schäden festgestellt. So biegt sich die Brücke stark, wenn sie von schweren Fahrzeugen befahren wird. Zudem wurden Hinweise auf Ermüdungsrisse an den Schweißnähten der Längsträger an der Unterseite des Bauwerks gefunden.
Zu Beginn des neuen Jahres werden Experten die Problemstellen erneut genauer untersuchen, wie die Verkehrsverwaltung mitteilte. Ingenieure und Statiker werden dann die nächsten Schritte festlegen. Die Arbeiten sollen umgehend beginnen, und Nutzer der Brücke müssen sich auf Einschränkungen einstellen.
Marode Infrastruktur
Die Neue Gertraudenbrücke reiht sich ein in eine Serie von maroden Brücken in Berlin, bei denen kürzlich Schäden dokumentiert wurden. Die Brücke befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Mühlendammbrücke über die Spree, die bereits teilweise abgerissen wurde und bis 2029 neu gebaut werden soll. Auch hier kommt es nahezu täglich zu Verkehrsstörungen.
Die Neue Gertraudenbrücke ist ein Stahlträgerrostbauwerk mit orthotroper Fahrbahnplatte – eine Konstruktionsweise, die in den 1960er und 1970er Jahren weit verbreitet war, sich jedoch als besonders anfällig für Ermüdungsschäden erwiesen hat. Sie unterliegt bereits seit Jahren jährlich durchgeführten Sonderprüfungen und war für die heutige Verkehrslast nicht ausgelegt. Ein Ersatzneubau war bereits vor der aktuellen Sperrung in Planung. Die Probleme an der Neuen Gertraudenbrücke könnten die Situation auf der bedeutenden Ost-West-Verbindung zwischen Alexanderplatz und Potsdamer Platz weiter verschärfen.
Berlin
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