Ein wichtiger Abschnitt der Tramlinie 21 am Berliner Ostkreuz ist seit Freitag, dem 21. November 2025, bis auf Weiteres stillgelegt. Die BVG hat den Betrieb auf einer 900 Meter langen Strecke eingestellt, da die Gleisanlagen stark abgenutzt sind und eine vollständige Erneuerung erfordern. Dies führt zu erheblichen Einschränkungen für tausende Fahrgäste, die nun umsteigen müssen, und verschärft die Verkehrssituation am ohnehin schon stark belasteten Knotenpunkt.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein 900 Meter langer Abschnitt der Tramlinie 21 am Ostkreuz ist wegen verschlissener Gleise stillgelegt.
- Fahrgäste müssen auf verkürzten Linienabschnitten pendeln und teilweise auf Busse umsteigen.
- Die geplante Neubaustrecke zum Ostkreuz verzögert sich seit Jahren aufgrund von Planungsfehlern und Anwohnerwiderständen.
- Die BVG begründet die Nicht-Erneuerung der alten Strecke mit der geplanten Neubaustrecke.
Stilllegung Wegen Verschleiß
Die BVG hat die Stilllegung eines 900 Meter langen Abschnitts der Tramlinie 21 am Berliner Ostkreuz bekannt gegeben. Grund dafür sind stark abgenutzte Gleisanlagen im Bereich Boxhagener Straße und Marktstraße, die nach 40 Jahren Dauerbetrieb ihre Lebensdauer erreicht haben. "Alle Möglichkeiten der laufenden Instandhaltung sind nun ausgeschöpft", so die BVG. Eine sichere und zuverlässige Fahrt sei nur durch einen vollständigen Austausch der Gleise möglich. Die Linie 21 verkehrt nun auf zwei verkürzten Streckenabschnitten, was für tausende Fahrgäste tägliche Umstiege, oft in Busse des Schienenersatzverkehrs, bedeutet.
Langwierige Planungen für Neue Strecke
Die aktuelle Situation ist das Ergebnis jahrelanger Verzögerungen beim Bau einer neuen Tramstrecke, die den Bahnhof Ostkreuz direkt ans Tramnetz anbinden soll. Die Arbeiten an dieser Anbindung stocken seit etwa 15 Jahren. Als Gründe werden sowohl Widerstände von Anwohnern, die Lärmbelästigung befürchten, als auch gravierende Planungsfehler genannt. So musste die BVG bereits 2018 ihre Planungsunterlagen wegen fehlerhafter Lärmschutzplanungen zurückziehen. Auch spätere Versuche scheiterten an fehlenden Dokumenten und Formfehlern. Aktuell ist eine fünfte Auslegung der Planfeststellungsunterlagen vorgesehen, unter anderem wegen Bedenken der Berliner Feuerwehr bezüglich der Oberleitungen.
Auswirkungen für Fahrgäste
Die Stilllegung der alten Strecke, während die neue noch in weiter Ferne liegt, wird von Experten wie Professor Christian Böttger kritisiert. Er bemängelt, dass die BVG "sehenden Auges hingenommen hat, dass die Strecke jetzt eben verschlissen ist", da eine grundhafte Erneuerung der Bestandstrecke wegen der geplanten Neubaustrecke als nicht mehr sinnvoll erachtet wurde. Dies führe zu einer "qualitativen Verschlechterung" des öffentlichen Nahverkehrs und mache ihn unattraktiver, was dem Ziel der Verkehrsverlagerung entgegenstehe. Bis auf Weiteres klafft eine 900 Meter lange Lücke im Netz, die Fahrgäste zwingt, umzusteigen und die Attraktivität des ÖPNV mindert.