Das Berliner Unfallkrankenhaus (UKB) nimmt am Samstag drei Schwerverletzte nach dem verheerenden Brand im Schweizer Ski-Ort Crans-Montana auf. Das bestätigte die Direktorin der Klinik für Schwerbrandverletzte im UKB, Leila Harhaus-Wähner, den Medien am Freitag.
Insgesamt habe die Schweiz in deutschen Spezialkliniken um die Behandlung von 40 Schwerverletzten gebeten, sagte Harhaus-Wähner zuvor dem Sender Welt TV. Am Freitag würden die ersten Verletzten in Kliniken in Leipzig und Halle aufgenommen. Auch Krankenhäuser aus Stuttgart und Tübingen nehmen Verletzte auf. „Die anderen Bundesländer und die anderen Schwerbrandverletztenzentren werden genauso aktiv sein“, sagte Harhaus-Wähner.
Gerade bei schweren Verbrennungen komme es auf eine sehr schnelle Versorgung der Opfer an. Die Patientinnen und Patienten müssten mit monatelangen Behandlungen und mehrfachen Operationen rechnen – je nach Art der Verbrennungen.
In einer Bar in dem Schweizer Ski-Ort Crans-Montana war während der Silvesternacht ein Feuer ausgebrochen. 40 Menschen starben, 119 wurden verletzt. Mehrwöchiger Intensivaufenthalt wohl notwendig Nach der ersten Stabilisierung der Patienten müssten die betroffenen Hautareale entfernt werden, danach folgten Transplantationen. „Zum Teil hat man gar nicht genug Eigenhaut direkt zur Verfügung, so dass das in mehreren Schritten erfolgen muss“, sagte Harhaus-Wähner. „Es sind also mehrere Operationen die Regel, so dass wir von einem mehrwöchigen Intensivaufenthalt sprechen, gefolgt dann von oftmals noch einigen Wochen auf Normalstationen und nachher auch in der Rehabilitation.“
Die Tatsache, dass es sich nach dem Unglück in der Schweiz überwiegend um jüngere Opfer handelt, könnte die Genesung positiv beeinflussen. Ein jüngeres Alter führe im Normalfall zu einer „deutlich höheren Überlebenswahrscheinlichkeit“ im Vergleich zu älteren Patienten, sagte Harhaus-Wähner.
Typisch für derartige Verletzungen sei, dass nicht nur Haut verloren gehe, sondern auch andere Organe wie etwa die Lunge oder die Niere in Mitleidenschaft gezogen würden. „Hier ist es ganz entscheidend, dass man gerade in der frühen Phase, in den ersten 48 Stunden sozusagen, die Weichen stellt und die Organsysteme eben protektiv behandelt“, sagte die Medizinerin.
40 Tote, 119 Verletzte – Die Feuerkatastrophe im Skiort Crans-Montana in der Silvesternacht ist nach Einschätzung der Ermittler in der Schweiz von sogenannten Partyfontänen auf Sektflaschen ausgelöst worden. Die sprühenden Funken seien der Decke der Bar zu nahe gekommen, hieß es am Freitag.
Der Brand in der gut besuchten Bar kostete nach Angaben der Behörden 40 Menschen das Leben. Weitere 119 wurden verletzt. Die meisten Verletzten waren Jugendliche und junge Erwachsene bis Mitte 20, wie die Polizei mitteilte.
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