Die Berliner Stadtmission setzt ihre wesentlichen Dienstleistungen für Obdachlose trotz der Beschädigung von zwei ihrer drei Kältebusse durch einen mutmaßlichen Brandanschlag fort. Laut Heiko Linke, dem Sprecher der Stadtmission, wurden von dem Träger Gebewo sowie einer Privatperson jeweils Ersatzfahrzeuge bereitgestellt. Somit sei sichergestellt, dass die regulären Touren weiterhin durchgeführt werden können. Linke äußerte seinen Dank für die „unglaubliche Solidarität der Bevölkerung“, die sich in zahlreichen Zuschriften und Hilfsangeboten äußert.
Ermittlungen nach Brandanschlag
Am Sonntag wurde im Berliner Stadtteil Moabit ein Kältebus der Stadtmission durch ein Feuer vernichtet, während ein daneben stehender Bus ebenfalls Beschädigungen erlitt, jedoch reparabel ist. Ein Zeuge alarmierte gegen 3 Uhr in der Nacht die Feuerwehr, nachdem er beobachtet hatte, wie eine unbekannte Person in der Seydlitzstraße bei den Kältebussen stand, bevor einer der Busse in Flammen aufging. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen zu dem Vorfall übernommen.
Die kritische Situation für Obdachlose
Christian Ceconi, der Direktor der Stadtmission, äußerte sich betroffen und wies darauf hin, dass die Zerstörung der Busse angesichts der winterlichen Minusgrade gravierende und lebensbedrohliche Konsequenzen für viele Menschen habe. Jeden Abend erreicht die Stadtmission rund 120 Notrufe. Ceconi appellierte an die Öffentlichkeit, um Spenden zu sammeln, um einen neuen Bus zu erwerben und den beschädigten Bus reparieren zu können.
Vielfältige Unterstützung und Spendenaktionen
Der Träger Gebewo stellte bereits einen Bus mit Rollstuhlrampe bereit. Der SPD-Politiker Lars Düsterhöft kündigte auf Instagram an, dass die Senatsverwaltung für Soziales prüfen wolle, ob aus dem Haushalt 2025 noch Mittel für die Stadtmission zur Verfügung stehen. Nach der Berichterstattung haben viele Bürger angeboten, an die Stadtmission zu spenden. Eine Autovermietung bietet zudem an, die beiden beschädigten Fahrzeuge übergangsweise zu ersetzen, und der Eishockey-Club Eisbären Berlin hat eine Spendensammlung für den 2. und 4. Januar angekündigt.
Langfristige Hilfe für Obdachlose
Die Kältebusse der Stadtmission sind seit 1994 aktiv in Berlin. In der aktuellen Saison werden drei Busse eingesetzt, die von etwa 60 Ehrenamtlichen betrieben werden. Diese Busse transportieren Schlafsäcke, heißen Tee und warme Suppe zu Obdachlosen oder fahren sie in Notunterkünfte, um sie vor den Gefahren der Kälte zu schützen. Die Kältehilfe mit Notübernachtungsplätzen begann am 1. Oktober, und die Kältebusse sind seit dem 1. November wieder im Einsatz. Im letzten Winter konnten die Kältebusse der Stadtmission insgesamt 2.100 Menschen in sichere Unterkünfte bringen. Neben den Kältebussen der Stadtmission betreibt auch das Deutsche Rote Kreuz in Berlin einen Wärmebus.
Bildquelle: Quelle: Foto: Ivan Lopatin