Zwei historische U-Bahn-Brücken am Berliner Gleisdreieck müssen abgerissen und neu gebaut werden. Die maroden Bauwerke, die seit fast 100 Jahren die Linien U1 und U3 tragen, weisen erhebliche Sicherheitsprobleme auf. Die umfangreichen Bauarbeiten sollen 2028 beginnen und voraussichtlich bis Juni 2030 andauern, was mit jahrelangem Schienenersatzverkehr verbunden sein wird.
Key Takeaways
- Zwei U-Bahn-Brücken am Gleisdreieck müssen erneuert werden.
- Jahrelanger Schienenersatzverkehr ist zu erwarten.
- Rund 1,1 Hektar Parkfläche werden für die Baustelle benötigt.
- Die Eröffnung der neuen Brücken ist für Juni 2030 geplant.
Marode Brücken erfordern Neubau
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sehen sich gezwungen, zwei U-Bahn-Brücken am Gleisdreieckpark in Berlin-Kreuzberg zu ersetzen. Die Entscheidung basiert auf Sicherheitsmängeln der denkmalgeschützten Bauwerke. Die Pläne für die "Brückenersatzneubauten Bauwerk XII und Dennewitzbrücke" werden ab dem 3. November öffentlich ausgelegt. Einwände können bis zum 2. Januar 2026 bei der Senatsverwaltung für Mobilität eingereicht werden. Für das Vorhaben müssen 15 Bäume gefällt und etwa 1,1 Hektar Parkfläche beansprucht werden. Der Baubeginn ist für 2028 angesetzt, die Fertigstellung für Juni 2030.
Hohe Kosten und lange Bauzeit
Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 74 Millionen Euro. Davon entfallen 63 Millionen Euro auf das Viadukt im Gleisdreieck (Bauwerk XII) und 11 Millionen Euro auf die Dennewitzbrücke. Die Bauarbeiten werden erhebliche Auswirkungen auf den U-Bahn-Betrieb haben. Da ein Austausch im laufenden Betrieb nicht möglich ist, müssen Fahrgäste der Linien U1 und U3, die täglich von rund 57.500 Menschen genutzt werden, mit längeren Sperrungen und Ersatzverkehr rechnen. Dies wird voraussichtlich jahrelang andauern, da der U-Bahnhof Gleisdreieck ein wichtiger Umsteigepunkt ist.
Historische Bedeutung und Verzögerungen
Das stählerne Viadukt über dem ehemaligen Potsdamer Güterbahnhof wurde 1913 gebaut und 1926 in Betrieb genommen. Seit Juli 2016 sind erhebliche Schäden an der Stahlkonstruktion bekannt, was zu einer Geschwindigkeitsreduzierung auf 40 km/h führte und das Gelände darunter absperrte. Die Dennewitzbrücke, ebenfalls aus der Zeit zwischen 1913 und 1926, führt die U-Bahn durch ein Wohnhaus und entstand nach einem schweren Unfall im Jahr 1908. Trotz der seit langem bekannten Schäden verzögerte sich die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens bis Oktober 2025. Bürokratische Hürden, langwierige Genehmigungsverfahren, Personalmangel bei der BVG und die Notwendigkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung tragen zu den langen Wartezeiten bei Infrastrukturprojekten in Berlin bei.