Brandenburger Umweltministerin plant Wassergesetzreform bis 2027
Die Umweltministerin des Landes Brandenburg hat öffentlich erklärt, dass sie für das Jahr 2027 ein neues Wassergesetz in Aussicht stellt. Diese Maßnahme wird durch die steigende Trockenheit und die damit einhergehenden Schwierigkeiten bei der Verteilung von Wasser notwendig. Fachleute kritisieren zudem die unzureichende Datenlage zur Wasserentnahme, was die Situation weiter verkompliziert.
Knappe Wasserressourcen in Kleingärten und der Landwirtschaft
In der Potsdamer Kleingartenanlage Oberförsterwiese steht Christian Peschel, Geschäftsstellenleiter des Kleingartenverbandes Potsdam, neben einer leeren Regentonne. Während der Hauptnutzungszeiten von 10 bis 16 Uhr bleibt der Wasserhahn abgedreht, um den Wasserverbrauch zu minimieren. Dies zwingt die Kleingärtner, auf Trinkwasser zurückzugreifen, was zusätzliche Kosten nach sich zieht. Peschel fordert eine gerechte Verteilung der Wasserressourcen zu angemessenen Preisen.
Wasserpreise und deren Auswirkungen auf die Landwirtschaft
Christoph Plass, der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Oberhavel, äußert ernsthafte Bedenken bezüglich der Wasserpreise. Er warnt, dass mögliche Preiserhöhungen auf die Landwirte abgewälzt werden könnten, die bisher für die Bewässerung ihrer Felder keine Gebühren zahlen müssen, solange sie eine bestimmte Entnahmemenge nicht überschreiten. Plass hebt hervor, dass ein Großteil des entnommenen Wassers im Boden versickert und somit in den Wasserkreislauf zurückkehrt.
Industrie und ihre Wasserentnahme
In Brandenburg entnimmt die Industrie, darunter Unternehmen wie die LEAG und die PCK-Raffinerie, ebenfalls erhebliche Mengen Wasser. Die LEAG betont, dass das entnommene Wasser nicht verloren geht; vielmehr wird es aufbereitet und in die Spree zurückgeführt, um den Wasserhaushalt der Flüsse zu unterstützen. Im Gegensatz dazu zahlen Wasserwerke für die Grundwasserentnahme einen festen Tarif, während die Endverbraucher höhere Kosten tragen müssen.
Kritik an der Datenlage zur Wasserentnahme
Axel Bornstedt, Hydrologe an der Universität Potsdam, kritisiert die mangelhaften Daten zur Wasserentnahme in Brandenburg. Er weist darauf hin, dass verlässliche Zahlen zur tatsächlichen Entnahme fehlen, was die Einschätzung der Wasserpreise erschwert. Das Landesamt für Umwelt kann zwar Informationen zu erlaubten Entnahmemengen bereitstellen, jedoch fehlt es an Daten zu den tatsächlichen Entnahmen.
Sinkender Grundwasserspiegel und die Rolle des Klimawandels
In den letzten 40 Jahren ist der Grundwasserspiegel in Brandenburg erheblich gesunken, was auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist, unter anderem die Verdunstung infolge des Klimawandels. Bornstedt warnt davor, dass die Landwirtschaft ohne entsprechende Bewässerung in Zukunft nicht mehr tragfähig sein wird. Er schlägt vor, auch Wasserressourcen außerhalb Brandenburgs zu erschließen, um dem steigenden Wasserbedarf gerecht zu werden.
Politische Forderungen und Lösungsansätze
Die Bündnisgrünen in Brandenburg fordern eine umfassende Regulierung der Wasserressourcen sowie einen grundlegenden Wandel in der Wasserwirtschaft. Sie heben hervor, dass die Wasserentnahme an die Verfügbarkeit angepasst werden muss. Ein positives Beispiel für nachhaltige Wasserbewirtschaftung ist die Tesla-Firma, die einen geschlossenen Wasserkreislauf implementiert hat.
Langfristige Ansätze gegen Wasserknappheit
Bornstedt sieht Wasserüberleitungen, wie die Übertragung von Wasser aus der Elbe nach Brandenburg, als potenzielle Lösung für die Wasserknappheit. Er warnt jedoch, dass solche Projekte Zeit benötigen und rasch umgesetzt werden müssen, um sowohl die Landwirtschaft als auch die Kleingärtner effektiv zu unterstützen. Die Debatte um die Wasserverteilung in Brandenburg bleibt angesichts der klimatischen Herausforderungen sowie der unterschiedlichen Interessen von Landwirtschaft, Industrie und Bevölkerung von großer Relevanz.
Quellen: rbb24, tagesschau
Bildquelle: Bildquelle: David Ballew auf Unsplash
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