Wie gestalten sich künstlerische Erkundungen im öffentlichen Raum, insbesondere wenn sie sich auf die Schnittstelle von Lyrik, Tanz und Architektur konzentrieren? Das Projekt „POLA: Poetische Landschaften“, das im Jahr 2023 initiiert wurde, bietet hierzu bemerkenswerte Einblicke, insbesondere im Kontext von Berlin. Es handelt sich um eine Serie von 13 Performances, die zwischen August und November des genannten Jahres an zwölf unterschiedlichen Orten stattfanden.
Diese Initiative, getragen von der Künstlerischen Leitung von Dr. Barbara Schmidt und Jonas Althaus, vereint Fachkräfte aus den Bereichen Tanz, Poesie, Musik, Architektur, Film und Fotografie. Ziel ist es, neue Begegnungs- und Zugangsweisen zu vorgefundenen städtischen wie landschaftlichen Räumen zu eröffnen. Die Performances fordern dabei das Publikum auf, die spezifische Atmosphäre und die architektonischen Gegebenheiten der jeweiligen Orte intensiv zu erleben und neu zu bewerten.
Künstlerische Auseinandersetzung mit der Umgebung
„POLA“ versteht sich als eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der unmittelbaren Umgebung, wobei die beteiligten Künstlerinnen und Künstler die ausgewählten Szenarien nicht nur als Kulisse, sondern als integralen Bestandteil ihrer Darbietungen begreifen. Die Choreografien und lyrischen Darbietungen sind speziell auf die Gegebenheiten der jeweiligen Standorte zugeschnitten. Dies fördert eine symbiotische Beziehung zwischen Kunstwerk und Raum, die den Zuschauern eine einzigartige Perspektive auf ihre städtische Umwelt ermöglicht.
Ein wesentliches Element des Projekts ist die Interdisziplinarität. Durch die Verknüpfung verschiedener Kunstformen entsteht ein vielschichtiges Erlebnis, das über traditionelle Grenzen hinausgeht. Die Musik untermalt und verstärkt die emotionalen Aspekte, während Film und Fotografie die flüchtigen Momente der Performance festhalten und für eine breitere Öffentlichkeit dokumentieren. Diese Dokumentation dient nicht nur der Archivierung, sondern auch der Reflexion über die temporären Eingriffe in den öffentlichen Raum.
Das finale Ereignis und Rückblick
Den vorläufigen Höhepunkt des Projekts bildete die Abschlussveranstaltung am 11. und 12. Mai. Diese umfasste eine Ausstellung im Kurt-Tucholsky-Saal in Berlin, begleitet von einer Filmvorführung und einem Künstlergespräch. Die Ausstellung präsentierte eine Zusammenfassung der durchgeführten Performances und bot den Besuchern die Möglichkeit, die künstlerischen Interpretationen der verschiedenen Orte in einer komprimierten Form nachzuvollziehen. Das begleitende Rahmenprogramm förderte den Dialog zwischen Künstlern und Publikum über die Inhalte und Ziele des Projekts.
Die zwölf ausgewählten Orte in und um Berlin, an denen die Performances stattfanden, repräsentieren ein breites Spektrum an urbanen und landschaftlichen Situationen. Dazu gehören unter anderem das Stadion der Weltjugend, der Teufelsberg, die Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, der Spreepark, das Humboldt Forum und das Brandenburger Tor. Jeder dieser Orte wurde durch die künstlerische Intervention neu belebt und seine spezifische Geschichte oder Bedeutung in einen poetischen Kontext gesetzt.
Projektfinanzierung und Unterstützung
Die Realisierung von „POLA: Poetische Landschaften“ wäre ohne die Unterstützung verschiedener Institutionen nicht möglich gewesen. Das Projekt wurde maßgeblich durch den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Programms NEUSTART KULTUR gefördert. Darüber hinaus leistete die Stiftung Reinbeckhallen Sammlung SCHOEPS einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung.
Die Abschlussveranstaltung wurde zusätzlich durch die Sparda-Bank Berlin, die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie durch die Reinbeckhallen unterstützt. Diese breite finanzielle Basis unterstreicht die Relevanz des Projekts für die Kulturlandschaft der Region und ermöglichte die umfassende Durchführung der Performances und der begleitenden Veranstaltungen. Das Projekt leistet somit einen bedeutsamen Beitrag zur kulturellen Vielfalt und zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum Berlins.
Bildquelle: Shutterstock