Peggy Mädler präsentiert im Pfefferberg Theater Auszüge aus ihrem aktuellen Roman „Selbstregulierung des Herzens“, der sich mit einem wenig bekannten Reformansatz der DDR-Wirtschaft auseinandersetzt. Der Titel spielt auf die Bestrebungen der 1960er-Jahre an, die Planwirtschaft durch den Einsatz kybernetischer Modelle effizienter und freier zu gestalten – ein Vorhaben, das zwischen technologischem Optimismus und der politischen Realität angesiedelt ist.
In ihrem Werk setzen die Protagonisten auf verbesserte Arbeitsabläufe und innovative Technologien, doch die erhoffte Emanzipation bleibt aus. Mädler, die seit den 1990er-Jahren in Berlin lebt, verfasst ihre Texte heute in Schöneweide, dem einstigen industriellen Zentrum der DDR. Von diesem Standort aus betrachtet sie das Transformatorenwerk und das Kabelwerk Oberspree – Orte einer Vergangenheit, die im Kontext der heutigen KI-Entwicklungen überraschend relevant erscheint. Besonders interessant ist, wie diese Themen in All You Can Read: Josephine Apraku + Ozan Zakariya Keskinkılıç behandelt werden, während Mädler auch auf die Herausforderungen der Emanzipation hinweist, die in Feminismus pur. 99 Worte thematisiert werden. Zudem wird in Das Schloss oder wir müssen uns K. als einen glücklichen Menschen vorstellen eine interessante Perspektive auf die gesellschaftlichen Veränderungen angeboten.
„`
Bildquelle: ai-generated-gemini