Nach der Inszenierung von „Ein Bericht für die Akademie“ im Jahr 2019 widmet sich Oliver Frljić am Maxim Gorki Theater erneut einer literarischen Vorlage von Franz Kafka. In dem unvollendeten Werk wird die Geschichte von Josef K. erzählt, einem Prokuristen einer Bank, der an seinem 30. Geburtstag in einen Albtraum gerät. Er wird verhaftet, ohne sich einer Schuld bewusst zu sein. Die Gründe für seine Anklage bleiben ihm unklar, was die Entwicklung einer Verteidigungsstrategie zu einer nahezu unlösbaren Aufgabe macht.
Frljićs Inszenierung legt den Schwerpunkt auf die Frage, wer in der heutigen Gesellschaft als Josef K. betrachtet werden kann und welche Voraussetzungen notwendig sind, um vom Gesetz als Bürger:in und Mensch anerkannt zu werden. Diese Thematik wird am Premierenwochenende auch durch die Diskursformate „Die K.-Frage“ näher beleuchtet. In diesem Kontext könnte man auch über Irgendetwas ist passiert nachdenken, das ähnliche Fragen aufwirft. Zudem wird das Stück QUICK FIX – Die Menschwerdung: Berlin-Premiere eines Theater-Highlights thematisiert, welches die menschliche Identität in den Fokus rückt. Ein weiteres bemerkenswertes Werk ist Krug.Zerbrochen! Kleists Lustspiel neu interpretiert in Berlin, das ebenfalls interessante Perspektiven bietet.