Die Thematik der Familie ist reich und vielfältig, wobei jeder Mensch seine eigene Erfahrung macht. Aber was verbindet uns innerhalb dieser Strukturen? Und aus welchen Überlegungen entstanden die verschiedenen Konzepte?
Im Rahmen eines Jahresprogramms beleuchtet das Humboldt Forum die unterschiedlichen Facetten familiärer Beziehungen. Dabei werden Aspekte wie engmaschige, lose oder komplexe Bindungen behandelt – sei es als Patchwork oder in Form von kreativen Makramees. Die Veranstaltung thematisiert künstlerische, historische und wissenschaftliche Perspektiven und fördert den Austausch mit der Berliner Stadtgesellschaft.
Vielfältige Ausstellungen und künstlerische Interventionen
Ein zentrales Merkmal der Ausstellung ist die umfassende Führung durch sämtliche Ausstellungsräume und Sammlungen im Humboldt Forum. Zehn interaktive Stationen in der Sektion „Beziehungsweise(n) Familie“ im Erdgeschoss bieten den Einstieg in das Thema. Hier können Besucher ihre eigenen Familienkonstellationen erkunden, an einer Virtual-Reality-Tischgemeinschaft teilnehmen oder persönliche Erlebnisse zu Kosenamen und Familiengeschichten teilen. Diese Erkundung fördert ein tieferes Verständnis und neue Perspektiven auf das Thema Familie.
Über 40 ausgewählte Objekte aus dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst, sowie weiteren Institutionen, werden in das Programm integriert. Diese Exponate verdeutlichen den Einfluss von Machtverhältnissen auf familiäre Biografien und zeigen, wie persönliche Geschichten oft im Kontext bedeutender Herrschafts- oder Religionsgeschichten stehen.
Vielfältige Veranstaltungen für verschiedene Zielgruppen
Das Humboldt Forum bietet zudem zahlreiche Events für Erwachsene und Kinder an, um verschiedene Zugänge zum Thema zu ermöglichen. So bringt die Transkontinentale in diesem Jahr Familiengeschichten aus Afrika, Südamerika und Asien nach Berlin. Auch das namibisch-deutsche Musiktheater „People of Song“ wird seine Europa-Premiere im Forum feiern. Das Familienfest Dia de Muertos, das Ende Oktober gefeiert wird, verspricht ebenfalls ein buntes Ereignis. Besonders hervorzuheben sind die Thementage, die vom 3. bis 5. Oktober stattfinden.
Diese Thementage fokussieren auf zentrale Fragen rund um Pflege und familiäre Beziehungen. In künstlerischen Interventionen und Performances wird das Konzept Familie neu interpretiert. Zu den Mitwirkenden zählen unter anderem Christiane Rösinger, das Resident Music Collective sowie die feministische Autorin Sophie Lewis.
Führungen und Workshops für alle Generationen
Familien können an einer Rallye teilnehmen, die ihnen mit Hilfe eines Mitmachhefts die Erkundung des Gebäudes erleichtert. Außerdem können sie beim Drop-in „Schatzkiste“ ein Erinnerungsstück gestalten. Interaktive Führungen ermöglichen eine inspirierende Auseinandersetzung mit asiatischer Kunst, während der Objekt-Salon „Familiendinge“ den Austausch über Familiengeschichten fördert.
Für Kitas und Schulen stehen zudem Erlebnisrundgänge und theaterpädagogische Workshops zur Verfügung. Die kuratorische Leitung dieses umfassenden Programms obliegt Dr. Laura Goldenbaum und wird in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen realisiert.
Dies geschieht im Humboldt Forum, das vom 3. Oktober 2025 bis zum 12. Juli 2026 geöffnet sein wird. Die Besucher können montags bis sonntags von 10:30 bis 18:30 Uhr die vielfältigen Angebote nutzen, während der Dienstag geschlossen bleibt. Informationen zum Eintritt werden ab September 2025 bereitgestellt.
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