Wie wirken sich steigende Verwaltungsanforderungen auf Schulleitungen aus? Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Berlin hat eine Untersuchung durchgeführt, die auf erhebliche Belastungen für Schulleitungen hinweist. Diese arbeiten im Durchschnitt jede Woche sechs Stunden mehr, wie aus der am Dienstag veröffentlichten, nicht repräsentativen Studie hervorgeht. In dieser wurden Schulleitungen aus Berlin und Hamburg befragt. Der Studie zufolge droht den Befragten Überforderung, vor allem aufgrund der Vielzahl an Verwaltungsaufgaben, während die Zeit für die Schulentwicklung oft fehlt.
Studienergebnisse und Herausforderungen
Insgesamt 243 Teilnehmer aus 158 Schulen in Berlin haben an der Umfrage teilgenommen. Häufiger Mangel an qualifizierten Lehrkräften und Sozialarbeitern wurde als einer der Hauptgründe genannt, der zusätzliche Belastungen für die Schulleitungen zur Folge hat. Es wird ein erhöhtes Maß an Personal und Ressourcen gefordert, um die bestehenden Herausforderungen zu bewältigen. Laut der Untersuchung wünschen sich die Schulleitungen zudem eine stärkere Entlastung durch Bürokratieabbau und zusätzliche Unterstützung seitens der Schulbehörde. Trotz der hohen Belastung zeigten sich 85 Prozent der Befragten mit ihrer Entscheidung, eine Führungsposition zu übernehmen, zufrieden.
Überregionale Trends und Belastungen
Die Analyse der Arbeitszeit ergab, dass Schulleitungen ihre vertraglich vereinbarte Arbeitszeit oft überschreiten und häufig auf Pausen verzichten. Eine bundesweite Umfrage, die mehr als 7.000 Schulleitungen einbezog, wies auf ein „deutlich erhöhtes Burnout-Risiko“ hin, wobei viele Schulleitungen auch krank zur Arbeit erscheinen. Es wird geschätzt, dass bis zu 80 Prozent der Arbeitszeit für Verwaltungsaufgaben aufgewendet werden, wodurch kaum Zeit für Schulentwicklung und pädagogische Führung bleibt.
Situation in Berlin und Brandenburg
Der Senat von Berlin berichtete, dass aktuell an 45 von 722 öffentlichen Schulen die Schulleitungspositionen unbesetzt sind, was rund 6,3 Prozent entspricht. Besonders betroffen sind Grundschulen, die häufig kommissarisch oder durch Stellvertretungen geführt werden. In Brandenburg werden ähnliche Herausforderungen festgestellt, doch dort gibt es gezielte Maßnahmen zur Entlastung von Schulleitungen. Das Bildungsministerium hat in Zusammenarbeit mit der GEW ein Maßnahmenpaket beschlossen, um Lehrer und Schulleitungen von administrativen Aufgaben zu befreien.
Bildquelle: Foto: SchulleitungAFG / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)