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Transfeindliche Gewalt: Ein Interview beleuchtet die Realität

Am 20. November wird weltweit der Transgender Day of Remembrance begangen, ein Tag, der an trans-, inter- und nicht-binäre Menschen erinnert, die Gewalt erfahren haben…

Transfeindliche Gewalt: Ein Interview beleuchtet die Realität

Am 20. November wird weltweit der Transgender Day of Remembrance begangen, ein Tag, der an trans-, inter- und nicht-binäre Menschen erinnert, die Gewalt erfahren haben oder ihr Leben verloren. Leo Yannick Wild von der TIN*-Antigewaltberatung in Berlin spricht im rbb24-Interview über die zunehmende Gewalt und die Notwendigkeit von Sichtbarkeit und Solidarität.

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Die Bedeutung des Transgender Day of Remembrance

Der Transgender Day of Remembrance ist für Leo Yannick Wild mehr als nur ein Gedenktag. Er bietet der trans* und nicht-binären Community die Möglichkeit, zusammenzukommen, der Verstorbenen zu gedenken und gleichzeitig ein Zeichen der Wertschätzung füreinander zu setzen. Es ist ein Tag, der sowohl nach außen als auch nach innen, in die eigene Community, wichtig ist.

Unsichtbarkeit und Hyper-Sichtbarkeit von Gewalt

Die Wahrnehmung von Transpersonen und der gegen sie gerichteten Gewalt variiert. Während manche Transpersonen im Alltag nicht sofort als solche erkennbar sind, sind andere durch ihren Geschlechtsausdruck oder durch bürokratische Hürden wie nicht übereinstimmende Vornamen gezwungen, sich zu exponieren. Dies kann zu einer erhöhten Bedrohungslage führen, da sie sich nicht immer verstecken können, um Anfeindungen zu entgehen.

Zunehmende Transfeindlichkeit

Der Eindruck von Leo Yannick Wild ist, dass transfeindliche Gewalt zunimmt. Die gestiegene Zahl registrierter Fälle führt er nicht nur auf eine höhere Meldebereitschaft zurück, sondern auch auf eine tatsächliche Zunahme von Vorfällen. Insbesondere rechte Kundgebungen im Umfeld von Christopher Street Days werden als Anlässe genannt, die Gewalt befördern können.

Formen der Gewalt

Die Gewalt gegen Transpersonen ist vielfältig und beschränkt sich nicht nur auf den öffentlichen Raum. Die Antigewaltberatung befasst sich auch mit Gewalt in Beziehungen und innerhalb von Familien. Dies kann von erzwungenem Verstellen bis hin zu Drohungen reichen, die zum Verlust des familiären Umfelds führen können. Schutzräume für betroffene Transpersonen sind rar.

Verstärkende Faktoren und gesellschaftliche Tonalität

Ein wesentlicher Faktor, der transfeindliche Gewalt begünstigt, ist die mangelnde Bereitschaft vieler Menschen, diese Gewalt anzuerkennen. Die oft gehörte Reaktion "Zeig dich halt nicht, wie du bist, dann passiert dir nichts" verlagert die Verantwortung auf die Betroffenen. Auch bestimmte politische Debatten und Medienberichte, die absichtlich Stimmung gegen Transpersonen machen, tragen zur Abwertung bei und verstärken das Gefühl der Ohnmacht bei den Betroffenen.

Auswirkungen auf Betroffene

Transfeindliche Gewalt hinterlässt tiefe Spuren im Selbstwertgefühl und im Sicherheitsempfinden der Betroffenen. Sie führt zu einem enormen Druck, sich verstellen zu müssen oder die Zähne zusammenzubeißen. Das Gefühl, nicht richtig zu sein, nicht dazuzugehören und ständiger Abwertung ausgesetzt zu sein, prägt den Alltag vieler Transpersonen.

Forderungen und Hoffnungsschimmer

Zur Reduzierung transfeindlicher Gewalt fordert Leo Yannick Wild leichtere Möglichkeiten zur Anzeige von Vorfällen, bessere Strukturen zur Verfolgung von Hasskommentaren und mehr politisches Verständnis für die besonderen Herausforderungen marginalisierter Transpersonen. Trotz der Widrigkeiten gibt es Hoffnung: die von der Community selbst geschaffenen Strukturen und Netzwerke, die trotz prekärer Bedingungen das Leben von Transpersonen verbessern wollen.

Ein Satz, der nachhallt

Ein Satz, der in der Beratungsstelle immer wieder zu hören ist, lautet: "Wird das irgendwann mal enden?"

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