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Wannentransport des Buckelwals: Kurs wird auf die Nordsee gesetzt

Ein gestrandeter Buckelwal soll in einer Stahlwanne in die Nordsee transportiert werden. Während die Barge auf dem Weg zur Wismarbucht ist, sorgt die Rettungsaktion für kontroverse Diskussionen über den Umgang mit dem Tier.

Wannentransport des Buckelwals: Kurs wird auf die Nordsee gesetzt
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Am Dienstag steht für den gestrandeten Buckelwal eine entscheidende Phase an: Der Wal soll in eine spezielle Stahlwanne gesperrt und in die Nordsee abgeschleppt werden. Der Lastkahn, der für diesen Transport vorgesehen ist, wird die Wismarbucht in der Nacht erreichen. Greenpeace äußert sich kritisch und spricht von einem würdelosen Vorgehen.

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Der Lastkahn, der den Buckelwal transportieren soll, befindet sich derzeit im Nord-Ostsee-Kanal. Am Sonntagabend wurde die sogenannte Barge, die vom Schubboot „Hans“ geschoben wird, an Hohenhörn gesichtet. Constanze von der Meden von der privaten Rettungsinitiative bestätigte, dass es sich um den geplanten Transport handelt. Die Barge soll den Wal zusammen mit Wasser aufnehmen und dann durch einen Schlepper in Richtung Nordsee ziehen.

Der Transport ist frühestens für Dienstag geplant, doch Ruhe für den Walbullen gab es am Wochenende nicht. Immer wieder waren Menschen in unmittelbarer Nähe des geschwächten Tieres, darunter auch Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Umweltminister Till Backhaus. Am Sonntag besuchte er den Wal per Boot und berührte ihn. „Wir haben uns entschieden, doch noch mal rauszufahren zu ihm“, erklärte er. Backhaus bezeichnete die Begegnung als „hochinteressant“. Bereits am Freitag hatte er betont, dass er direkt am Wal gewesen sei.

Vorbereitungen für den Transport

Die an der Rettungsinitiative beteiligte Kleintierärztin Kirsten Tönnies erklärte, dass Blutproben entnommen, Wasser verabreicht und möglicherweise auch Nahrungsergänzungsmittel sowie Vitamine gegeben werden sollen. Der Wal, der anfänglich auf etwa zwölf Tonnen geschätzt wurde, hat deutlich an Gewicht verloren, wird jedoch weiterhin als transportfähig eingestuft. Backhaus äußerte: „Er wird von heute auf morgen jedenfalls nicht sterben.“ Ein Team hat zudem das Maul des Wals untersucht und festgestellt, dass sich augenscheinlich kein Netz in den Barten befindet.

Der Transport in die Nordsee

Der Lastkahn, der für den Transport des rund zwölf Meter langen Buckelwals vorgesehen ist, sollte nach Angaben des Teams der Initiative in der Nacht von Sonntag auf Montag ankommen. Laut Fred Babbel, einem beteiligten Tauchunternehmer, sind keine größeren Umbauarbeiten am Lastkahn mehr erforderlich, da diese bereits in einer Werft durchgeführt wurden. „Die haben dort Tag und Nacht gearbeitet“, so Babbel. Nur ein Schott muss noch gewechselt werden, was in Wismar geschehen soll.

Der eigentliche Transport mit der Barge ist für Dienstag angesetzt. Der Walbulle soll in eine Art stählernes Aquarium gesperrt und dann über mehr als 400 Kilometer bis zur Nordsee oder sogar in den Atlantik transportiert werden. Vor Poel wird die Zufahrt vom Wal bis in die tiefere Fahrrinne verbreitert. Babbel erklärte: „Wir sind da noch beim Arbeiten, beim Spülen, Saugen.“ Die Genehmigung für dieses Vorhaben wurde von Backhaus am Samstag erteilt, die Verantwortung liegt jedoch weiterhin bei der Initiative.

Herausforderungen und Risiken

Der Wal soll durch eine mehr als hundert Meter lange gebaggerte Rinne auf den Kahn schwimmen. Tönnies äußerte sich positiv über die Bedingungen: „Für ein Wildtier ist das schon ziemlich komfortabel im Rahmen unserer Möglichkeiten.“ Ein bereits befestigter Tracker soll später die Position des Wals anzeigen. Allerdings gibt es ein erhebliches Problem: Der Tracker funktioniert nicht unter Wasser, was bedeutet, dass der Wal möglicherweise nicht mehr erfasst werden kann, sollte er abtauchen oder ertrinken. An einer neuen Lösung wird gearbeitet, so Backhaus.

Stress für das Tier

In den letzten Tagen waren zahlreiche Menschen in der Nähe des Buckelwals, und auch Boote sowie technische Geräte sorgten für Lärm. Der Wal scheint dies gelassen hinzunehmen, doch Experten warnen, dass dieser Eindruck täuschen kann. Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) betont, dass der Kontakt zu Menschen für Wildtiere immer Stress bedeutet. Dies gilt auch für Meeressäuger wie Robben und Wale. Ein physisches Eingreifen am Wal sollte nur in Ausnahmefällen und mit möglichst wenigen Einsatzkräften erfolgen.

Der Meeresbiologe Boris Culik, der früher am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel tätig war, forderte ein kompetentes und erfahrenes Team vor Ort, das die Verantwortung trägt. „Aktuell haben wir eine Kakophonie aus wechselnden vermeintlichen Experten, deren Befähigung und Erfahrungen niemand hinterfragt“, so Culik.

Der Wal in der Ostsee

Der Buckelwal blieb in der Ostsee bereits fünfmal in flachem Wasser liegen. Der Walbulle, der laut Backhaus etwa vier bis sechs Jahre alt ist, wurde erstmals Anfang März in der Ostsee gesichtet. Am 3. März tauchte er im Hafen von Wismar auf und später saß er vor Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) fest. In den mehr als 50 Tagen seitdem verbrachte er einen Großteil der Zeit in Flachwasserzonen. Experten vermuten, dass er diese gezielt aufgesucht hat, um Ruhe zu finden, da er schwer erkrankt ist.

Wie bereits beim kurzfristigen Losschwimmen des Tieres am Montag gab es am Sonntag steigende Wasserstände. Diesmal reichte die Kraft des Wals jedoch offenbar nicht mehr aus, sodass er zunächst liegen blieb.

Bildquelle: depositphotos

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