Schädling profitiert von Hitze: Hubschraubereinsätze gegen haarige Raupen in Deutschland
29.05.2026, 10:48 Uhr
Die gegenwärtigen hohen Temperaturen fördern die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners in Deutschland. In vielen Regionen werden die Raupen mit erheblichem Aufwand bekämpft, teilweise sogar aus der Luft. Dabei ist nicht jedes Gespinst an den Bäumen tatsächlich gefährlich.
Badegäste erfreuen sich an den heißen Tagen, während die Vegetation in den Gärten aufblüht. Doch auch ein unerwünschter Schädling profitiert von diesen Bedingungen: der Eichenprozessionsspinner. Diese Nachtfalter bevorzugen warm-trockene Klimabedingungen, wie das Umweltbundesamt (Uba) feststellt. Am Waidsee in Baden-Württemberg wurde aufgrund eines Befalls ein Bereich gesperrt, und in vielen Teilen Deutschlands wird bereits energisch gegen die Tiere vorgegangen.
Bekämpfungsmethoden im Einsatz
In Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg wird bakterienbasiertes Insektizid aus Hubschraubern über Hunderte Hektar versprüht. In anderen Regionen werden präventiv Eichen in Kindergärten, auf Friedhöfen und an Sportplätzen behandelt. In Leipzig kommen in diesem Jahr Fadenwürmer als biologisches Mittel in Grünanlagen zum Einsatz, während andernorts die Nester von befallenen Bäumen abgesaugt werden.
Gesundheitsrisiken durch Brennhaare
Die feinen Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners können ernsthafte allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden hervorrufen. Die Empfindlichkeit gegenüber diesen Haaren kann mit der Anzahl der Kontakte zunehmen. Das Uba empfiehlt, betroffene Gebiete mit befallenen Bäumen nach Möglichkeit zu meiden.
Verwechslungen mit anderen Arten
Oftmals werden die Nester der Raupen mit anderen Gespinsten verwechselt. Spinnennetzartige Strukturen an Sträuchern und Bäumen wecken häufig die Befürchtung, es handele sich um den Eichenprozessionsspinner. In Wirklichkeit sind jedoch meist Gespinstmotten verantwortlich, die keine gesundheitlichen Risiken darstellen. Im Inneren dieser Gespinste sind meist weißliche, weitgehend haarlose Raupen mit schwarzen Flecken zu finden.
Ursprung und Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners
Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) stammt ursprünglich aus Südosteuropa und war in Deutschland vor einigen Jahrzehnten nur selten anzutreffen. In den letzten Jahren kommt es jedoch immer häufiger zu massiven Vermehrungen dieser Nachtfalter. „Im Zuge des Klimawandels und den damit verbundenen wärmeren Frühjahrsmonaten ist eine Ausweitung der Befallsgebiete zu erwarten“, erklärt das Uba.
Quellen: n-tv
Bildquelle: Kleuske via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)