Die Finanzierung der Instandhaltung und Restaurierung des Kölner Doms ist ein zunehmend drängendes Thema. Ab dem 1. Juli 2024 wird ein Eintrittspreis von bis zu 12 Euro für den Innenraum erhoben. Mit dieser Maßnahme sollen die täglichen Kosten von etwa 44.000 Euro gedeckt werden, um das bedeutende Bauwerk zu erhalten. Die laufenden Sanierungsarbeiten könnten sogar bis ins Jahr 2070 andauern.
Während eines Rundgangs durch den Dom gibt Dombaumeister Peter Füssenich einen Einblick in die Herausforderungen, die mit der Erhaltung des Bauwerks einhergehen. Er weist auf die sichtbaren Schäden hin, die durch Witterung und vergangene Kriege entstanden sind. Füssenich erklärt, dass die Restaurierung einzelner Skulpturen mit Kosten zwischen 50.000 und 100.000 Euro verbunden sein kann, abhängig von der Komplexität der Arbeiten. Diese Restaurationsprozesse nehmen häufig mehrere Jahre in Anspruch, da eine präzise und detailgetreue Ausführung erforderlich ist.
Die Dombauhütte, die sich direkt hinter dem Dom befindet, spielt eine zentrale Rolle bei den Restaurationsarbeiten. Hier werden sowohl historische Fenster instand gesetzt als auch neue Fenster gefertigt. Ein Beispiel dafür ist das neue Helena-Fenster, dessen Herstellung über 500.000 Euro gekostet hat und mehr als drei Jahre in Anspruch nahm. Die Finanzierung dieser Arbeiten erfolgt durch Spenden, die im Haushaltsplan eingeplant sind.
Die finanziellen Herausforderungen für die Instandhaltung des Doms nehmen kontinuierlich zu. Im Jahr 2024 fehlten dem Dom rund 240.000 Euro, um die laufenden Kosten zu decken. Diese Summe wurde aus der Ausgleichsrücklage entnommen. In der Dombauhütte sind 85 Mitarbeiter beschäftigt, darunter Steinmetze, Glaser und Schreiner, deren jährliche Personalkosten sich auf etwa sechs Millionen Euro belaufen.
Ein weiteres bedeutendes Projekt ist die Sanierung der Strebewerke, die für die statische Stabilität des Doms essenziell sind. Die Arbeiten an diesen Stützstrukturen werden voraussichtlich bis 2070 andauern. Dombaumeister Füssenich hebt hervor, wie wichtig die Finanzierung dieser Projekte ist, um sowohl die Sicherheit als auch den Erhalt des Doms zu gewährleisten.
Die neuen Eintrittspreise betreffen die meisten Besucher, es gibt jedoch Ausnahmen. Kinder bis 13 Jahre, Menschen mit Schwerbehinderung und Gottesdienstbesucher dürfen den Dom weiterhin kostenlos betreten. An bestimmten Feiertagen, wie dem 1. Mai und dem 3. Oktober, wird ebenfalls kein Eintritt erhoben. Diese Regelungen sollen sicherstellen, dass der Kölner Dom als Ort des Glaubens und der Kultur für alle zugänglich bleibt.
Die Einführung des Eintrittspreises wird als notwendig erachtet, um die finanziellen Ressourcen für die umfangreichen Sanierungsarbeiten zu sichern. Der Zentral-Dombau-Verein, der etwa 60 Prozent der Instandhaltungskosten übernimmt, zeigt sich optimistisch, dass die neuen Regelungen zur Unterstützung der Dombauhütte beitragen werden.
Quellen: tagesschau, Die Zeit