Wilkes-Becken: Eine unterschätzte Bedrohung für Küstenregionen
Das Wilkes Subglacial Basin, allgemein als Wilkes-Becken bekannt, erstreckt sich über eine beeindruckende Länge von 1400 Kilometern und eine Breite von 400 Kilometern. Dieses gigantische Eisreservoir, das weitgehend unter der antarktischen Eisschicht verborgen bleibt, könnte langfristig eine signifikante Gefahr für Küsten weltweit darstellen.
Erderwärmung und das Wilkes-Becken
Ein aktueller Bericht im angesehenen Fachjournal „Nature Reviews Earth & Environment“ zeigt auf, wie empfindlich das Wilkes-Becken auf die Erderwärmung reagiert. Hierbei handelt es sich nicht um einen schwimmenden Eisberg, sondern um eine massive, eisgefüllte Senke. Teile des darunterliegenden Felsuntergrunds liegen bis zu 2000 Meter unter dem Meeresspiegel. Sollte das gesamte Eis schmelzen, könnte der globale Meeresspiegel um drei bis vier Meter ansteigen.
Einfluss des Meeres und Temperaturveränderungen
Ein zentrales Problem ist, dass das Meer bereits gegenwärtig an den Kanten des Eises in Kontakt steht. Mit steigenden Wassertemperaturen könnte die Schmelzrate des Eises zunehmen, was zur Folge hätte, dass mehr Eis ins Meer strömt. Zudem vertieft sich der Untergrund landeinwärts zunehmend, was den Rückzug des Eises unter bestimmten Umständen verstärken könnte.
Forschungsbedarf und bestehende Unsicherheiten
Bislang bleibt unklar, wann und wie schnell sich diese Veränderungen vollziehen könnten. Über die Region gibt es erstaunlich wenig Informationen. Der Cook-Gletscher, der den Großteil des Eises aus dem Wilkes-Becken ins Meer transportiert, spielt eine entscheidende Rolle. Bisher konnte kein Forschungsschiff näher als 150 Kilometer an die Eisfront des Gletschers gelangen. Die Wissenschaftler Matt King und Nancy Bertler betonen, wie wichtig es ist, die Risiken, die von diesem riesigen Eisreservoir ausgehen, besser zu verstehen.
Schmelzende Gletscher in Europa
Die Problematik der Eisschmelze beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Antarktis. Auch in Europa sind besorgniserregende Entwicklungen in Gang. Jüngste Messungen zeigen, dass die Schweizer Gletscher im Jahr 2025/26 etwa 5,5 Prozent ihres Eisvolumens verloren haben. Seit 2021 sind bereits nahezu 20 Prozent des Gletschereises in der Schweiz verschwunden. Am unteren Großen Aletschgletscher wurde innerhalb eines Jahres an einem Messpunkt sogar ein Rückgang von rund 13 Metern Eis verzeichnet.
Strategien zur Eindämmung der Eisschmelze
Obwohl der Verlust vieler Gletscher vermutlich nicht vollständig aufgehalten werden kann, gibt es dennoch Ansätze, um den zukünftigen Eisverlust zu beeinflussen. Ein entscheidender Faktor ist die Reduktion der Treibhausgasemissionen, um den Temperaturanstieg zu verlangsamen. Die Forscher müssen dringend herausfinden, wo die Kipppunkte liegen und wie schnell das Eis schwindet. Daher ist eine intensivere Erforschung und Überwachung der Region notwendig. Es bleibt abzuwarten, wie viel Eis in Zukunft verloren gehen wird, wobei eine stärkere Eindämmung der Erwärmung dazu führen könnte, dass mehr Eis erhalten bleibt.
Quellen: Bild, Merkur
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